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Cannata-CD-Cover

Cannata

Mysterium Magnum

(13-Song-Digipak-CD: Preis unbekannt)

Jeff Cannata hat sein Versprechen wahr gemacht und hat uns nicht Ewigkeiten auf seine nächste Platte warten lassen: Gerade mal vier Jahre nach »Tamorok« legt der Melodiezauberer seinen Neuling »Mysterium Magnum« vor, der im Gegensatz zu »Tamorok« schlicht unter Jeffs Namen erscheint. Doch leicht will er es den Hörer mit dieser Platte gewiß nicht machen, denn Jeffs Musik präsentiert sich heuer vielschichtiger denn je.

So dokumentiert er beispielsweise in »Somewhere Beyond The Sun«, daß er seine Karriere bei der Progressive-Band JASPER WRATH begonnen hatte; eine Band, bei der übrigens neben seinem späteren ARC ANGEL-Partner Michael Soldan auch der spätere HOUSE OF LORDS-Frontmann James Christian beteiligt war. Wenn man ehrlich ist, kommt diese Nummer gelegentlich ein wenig überambitioniert rüber, ebenso wie mir auch nach dem x-ten Durchlauf der Sinn des triphopigen, mit französischem Gesang unterlegten ›French‹ noch nicht klargeworden ist.

Doch ansonsten ist »Mysterium Magnum« erwartungsgemäß ein exzellentes melodisches Werk, das allerdings nicht ganz so sehr auf Ohrwurmkurs liegt wie Jeffs bisherige Veröffentlichungen. So erschließen sich Songs wie der achtminütige Opener ›Spirit Of The Four Winds‹ - mit dem Jeff mit purer Absicht auf einen Schlag sämtliche Prinzipien durchbricht, die ihm seine A&Rs in den Achtzigern eingebleut hatten... - erst nach mehreren Hördurchgängen, fesseln den Hörer dann aber um so mehr. Als Einstiegsdroge sind indes die beiden neu eingespielten und ebenso behutsam wie clever veränderten ARC ANGEL-Stücke ›King Of The Mountain‹ und ›Wanted: Dead Or Alive‹ geeignet - eine Aufgabe, die Jeff heuer also perfekt gemeistert, während er es auf »Tamorok« mit der ›Stars‹-Neuversion noch nicht geschafft hatte. Ansonsten muß der primäre Zugang im Falle von »Mysterium Magnum« über andere Songs erfolgen: So wird man feststellen, daß ›4:17 (California)‹ ebenso wie ›Tears Of America‹ ein echter Fall von Liebe auf den ersten Blick darstellt. Ein weiteres Meisterwerk ist ›Life:101‹, bei dem Jeff allen Paroli bietet, die den Melodicsektor als ausgelutscht und abgedroschen ansehen, indem er mit einer besonders gewitzten Melodieführung überrascht. Ähnlich viel Beifall erhält er auch für seine Texte, wobei hier erneut ›4:17 (California)‹ genannt sein soll, das auf subtile Weise das Mysterium rund um das vermeindliche Sonnenparadies an der Westküste Amerikas hinterfragt und zugleich genügend Raum für eigene Interpretationsmöglichkeiten läßt.

Doch nicht nur die inneren Werte, sondern auch die Verpackung ist in Sachen »Mysterium Magnum« exzellent, denn Jeff hat einen äußerst noblen Digipack zusammengestellt, dessen Artwork von Ioannis stammt, der spätestens dank seiner FATES WARNING weltberühmt wurde. Derzeit ist die CD allerdings nur über Jeffs Homepage www.cannatamusic.com erhältlich.

Fazit: Bei »Mysterium Magnum« ist es notwendig, beim Hören die gleiche Sorgfalt aufzuwenden, die Jeff selbst in die Platte investiert hat, denn hier geht es nicht um easy listening um jeden Preis. Dennoch oder gerade deswegen ist »Mysterium Magnum« das bis dato interessanteste Cannata-Werk, der hiermit seine Magie der Melodien auf eine neue Stufe gebracht hat.

http://www.cannatamusic.com/

jcannata@comcast.net

prachtvolle Geheimnisse


Stefan Glas

 
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