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RAVAGE (US, MA) – Spectral Rider
KARTHAGO RECORDS/TWILIGHT
Getäuscht! Diese RAVAGE stammen zwar ebenfalls aus den Vereinigten Staaten, es handelt sich aber keinesfalls um eine Reinkarnation jener RAVAGE, deren 1986er Album »Wrecking Ball« auch heute noch gerne den Plattenteller einiger US Metal-Fanatiker blockieren wird. Wie auch immer, dieses Quintett, das mit »Spectral Rider« sein Studiodebut, dem allerdings bereits mehrere Live-Scheiben und Demos vorangegangen waren, veröffentlicht, schielt zumindest zielgruppenmäßig in eine ähnliche Richtung. Was die Riffs betrifft, so scheinen die Herren Adrian Smith und Dave Murray hier allgegenwärtig zu sein, aber auch einen Kenny Powell dürfte man im Hause RAVAGE durchaus zu schätzen wissen. Sänger Alec Firicano dagegen, dessen eher unauffällige Stimme, die noch dazu dezent in den Hintergrund gemischt wurde, macht es einem nicht unbedingt einfach, in Euphorie zu verfallen. Zwar kann man ihm keineswegs unterstellen, gequält zu klingen oder etwaige Töne nicht zu treffen, doch andererseits bietet »Spectral Rider« kaum Passagen, derer man sich auf Grund der Gesangsdarbietung erinnern wird. Diesbezüglich dürfte der Knabe wohl eher die graue Maus dieser Truppe sein, die handwerklich zwar solide vorträgt, jedoch auch nicht wirklich spektakuläres Songmaterial zu bieten hat.
Ganz und gar nicht grau, sondern viel zu bunt dagegen ist das Cover geworden, das uns den "Spectral Rider" zeigt. Sollte sich jemand aus der älteren Generation der Leserschaft (oder ist dieses Spielzeug heutzutage nicht ebenfalls bereits "Kult" und so auch jüngeren Semestern bekannt?) zufällig noch an "Evel Knievel" erinnern, weiß er in etwa, wie der "Spectral Rider", der natürlich mit modernerem Arbeitsgerät als das Original ausgestattet ist, optisch rüberkommt.
Kein Überhammer, aber ein solides, kraftvolles Metal-Album einer Band, der in erster Linie verbesserter Gesang gut tun würde.
http://www.ravagetheearth.com/
gut | 10 |
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