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SOULFLY – Dark Ages

ROADRUNNER RECORDS/UNIVERSAL

Zu den wirklichen Fanatikern von Max Cavalera zählte ich ehrlich gestanden noch nie, aber im Laufe der Zeit habe ich das Werk und Wirken des Herrn durchaus zu schätzen gelernt. Während ich SEPULTURA zu Anfangszeiten eher für überflüssig, weil weder originell, noch musikalisch eigenständig, hielt und die Brasilianer höchsten als Pausenfüller für das nächste SLAYER-Album betrachtet habe, konnte ich mich in späterer Folge doch einigermaßen mit deren Musik anfreunden. In erster Linie imponierten mir aber weniger die Songs als die Charaktere, die jene Band ausmachten. Ich erinnere mich an unzählige Interviews mit Max und Igor, die mich umdenken ließen. Die Musik gefiel dadurch zwar nicht besser, aber man entwickelt eine veränderte Herangehensweise an Alben, wenn man sich eingehender mit den Menschen, die dafür zuständig sind, beschäftigt.

An SOULFLY beeindruckten mich zunächst die Intensität und die "fremden" Einflüsse, durch welche es Max geschafft hat, interessante Songs zu komponieren. Offenbar gab es einige Fans mehr, die von SOULFLY beeindruckt waren, denn während es mit seiner ehemaligen Band seit seinem Ausstieg konstant bergab geht, konnte Max eine neue Klientel erschließen. Experimentelle Musik scheint dem Kerl im Blut zu liegen, er besinnt sich aber auch immer wieder auf seine Wurzeln, wie auf den ersten vier Veröffentlichungen unter dem Banner SOULFLY nachzuhören ist. Auch auf dem fünften Album von SOULFLY hat sich daran nichts geändert, noch immer verwurstet Max Thrash Metal mit Tribal-Einflüssen, jeder Menge eigenwilliger folkloristischer und orientalischer Einsprengsel und Klangebilden, die eher Jam-Sessions oder Soundcollagen ähneln, als einem Song.

So abwechslungsreich das aktuelle Album von SOULFLY auch sein mag und bei allem Respekt vor der Leistung des Herrn Cavalera, bin ich mir schön langsam nicht mehr sicher, ob diese Art von Musik noch die Bezeichnung "originell" verdient hat, denn mit Fortdauer von »Dark Ages« werde ich das unbestimmte Gefühl nicht los, alles in nahezu gleicher Form bereits gehört zu haben. Nicht das die aktuelle Scheibe qualitativ schwächer wäre als die unmittelbaren Vorgänger, Tatsache ist, daß der Großteil der Songs mittlerweile verdächtig austauschbar klingen.

Ich bin gespannt, wie lange Max Cavalera mit dieser Band noch erfolgreich sein kann, denn auch den jüngeren "Soulfliern" sollte diese Tatsache nicht entgangnen sein.

http://www.soulfly.com/

annehmbar 6


Walter Scheurer

 
SOULFLY im Überblick:
SOULFLY – Dark Ages (Rundling-Review von 2005 aus Online Empire 25)
SOULFLY – Ritual (Rundling-Review von 2018 aus Online Empire 76)
SOULFLY – Savages (Rundling-Review von 2013 aus Online Empire 56)
SOULFLY – Heavy, oder was!? 59-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2001)
SOULFLY – News vom 30.10.2001
SOULFLY – News vom 23.09.2003
SOULFLY – News vom 19.07.2010
SOULFLY – News vom 30.06.2011
SOULFLY – News vom 26.07.2011
SOULFLY – News vom 17.09.2011
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SOULFLY – News vom 01.05.2015
SOULFLY – News vom 14.09.2015
SOULFLY – News vom 07.08.2021
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