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CAMP JASON

Welcome To Camp Jason

(12-Song-CD-R: Preis unbekannt)

Hört man das Intro von »Welcome To Camp Jason«, so könnte man noch vermuten, daß da etwas in Richtung Industrial auf einen zukommt. Der Übergang zum ersten schwermetallischen StĂŒck namens »Lies Of A Fool« ist dann dementsprechend etwas gewöhnungsbedĂŒrftig, was im ĂŒbrigen auch auf die komplette Scheibe der sechsköpfigen Truppe aus Norddeutschland zutrifft. Aber Monotonie kann man CAMP JASON jedenfalls nicht vorwerfen. CAMP JASON - das ist im Großen und Ganzen brachialer Thrash Metal gepaart mit Hardcore-EinflĂŒssen. Das Ganze geht bei den wirklich hörenswerten StĂŒcken tendenziell am ehesten in Richtung SLAYER, was das geschulte Ohr spĂ€testens bei â€șDemonâ€č entdecken wird. Vielleicht ein wenig BIOHAZARD, ach ja, und es hat auch noch was von SEPULTURA.

»Welcome To Camp Jason« zeichnet sich im weiteren vor allem durch stĂ€ndige Rhythmuswechsel aus. Manchmal davon auch ein wenig zuviel des Guten, weil der "Variantenreichtum" schon fast in heillosem Chaos ausartet. Aber irgendwie knĂŒppeln die Jungs nicht nur drauf los, sondern bringen auch gleichzeitig eine geile AtmosphĂ€re rĂŒber. Allerdings lĂ€ĂŸt sich ĂŒber â€șThese Daysâ€č nun wirklich wieder streiten, aber ich fange erst gar nicht damit an. Im weiteren Verlauf der Scheibe könnte man nun so langsam den Eindruck gewinnen, daß CAMP JASON sich irgendwie einfach an allem probieren. Sicherlich nennens- und hörenswert wĂ€re da â€șFalling Angelâ€č, ein melancholisch beginnender Song, der sich nach und nach in immer grĂ¶ĂŸere Aggressionen zu steigern scheint. Hier reicht die Bandbreite der Vocals von einfachem Sprechgesang bis hin zu durchdringendem Kreischen. Bis dahin vorgehört, wird die CD bei nĂ€herer Betrachtung doch immer interessanter, denn die folgenden StĂŒcke â€șLittle Sweetyâ€č und vor allem â€șWar Sellsâ€č gehen so richtig ab. Schnell, rhythmisch, eingĂ€ngig, Kopfnicken mindestens garantiert. Resumee bis hier hin: ordentlich bis gut. Eben doch noch stark verbesserungswĂŒrdig, aber teilweise doch ohrwurmverdĂ€chtig.

Den absoluten Absturz erlebt man allerdings dann leider doch noch, zumindest dann, wenn man sich gerade so schön an das KnĂŒppel-Gewitter gewöhnt hatte. Der letzte Song â€șKaltâ€č fĂ€llt dermaßen der Rolle, daß einem wirklich angst und bange ist. Eigentlich darf man diese Qual fĂŒr die Ohren auch gar nicht "Lied" titulieren, denn es entgleist völlig - wie gewollt und nicht gekonnt. Ein grauseliger Ausflug mit wenig Instrumenten und um so mehr Sprechgesang in Richtung - was soll es sein? Dark Wave? HipHop? "Es wird schlagartig kalt", singt es da. Oh ja, das wurde es. Denn die doch einigermaßen positiven EindrĂŒcke meinerseits begannen doch gewaltig, ins Wanken zu geraten. Aber: Wem's gefĂ€llt, sag' ich da nur. Auch das Outro kann da nicht mehr viel retten, und bringen tut es auch nichts.

Endstand: Es bleibt dann doch "nur" ein kleines "ordentlich" mit gerade so 8 PĂŒnktchen. Schade eigentlich. Aber ich hatte auch ganz vergessen zu sagen, daß CAMP JASON als solches auch gerade mal ein Jahr existieren. Da drĂŒcke ich ja auch mal ein Auge bei groben Entgleisungen zu...

http://www.camp-jason.de/

Versuchscamp


Tanja Schwarz

 
CAMP JASON im Überblick:
CAMP JASON – Welcome To Camp Jason (Do It Yourself)
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