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MYRATH – The Wilderness Of Mirrors

E·A·R MUSIC/EDEL

Wer sich in den letzten zehn Jahren mit bombastischen, melodischen Prog-Metal-Sounds beschäftigt hat, dürfte auch die Entwicklung der tunesisch-französischen Formation MYRATH Band mitbekommen haben. Deren vor knapp zwei Jahren veröffentlichter Dreher »Karma« hat sich als überaus erfolgreich erwiesen und abermals eine Menge Fans auf die Truppe aufmerksam gemacht. Von "exotisch", wie die Musik und die seinerzeit als Quartett agierende Band zu Zeiten ihres Erstlings »Hope« noch bezeichnet wurden, kann also schon lange keine Rede mehr sein.

Zwar ist der Anteil an orientalischen Melodien, die einst zu jener "Schubladisierung" geführt haben, während der letzten Dekade doch ein wenig geringer geworden, definitiv aber nicht aus dem Klangbild verschwunden. Nachvollziehbar, denn damit hat sich die Formation ein markantes Wiedererkennungsmerkmal erschaffen, das bis heute überaus wohlwollend aufgenommen wird. Gesteigert wurde zuletzt jedoch abermals der Anteil an zwingenden und auf Anhieb einprägsamen Momenten, wodurch sich ihre Kompositionen im Laufe der Jahre immer rascher ihren Weg ins Langzeitgedächtnis bahnen konnten. Daran hat die seit mittlerweile 20 Jahren (genau genommen sind es bereits 25, war man zuvor doch schon einige Jahre unter dem Namen XTAZY aktiv und hat sich dabei zunächst als SYMPHONY X-Coverband versucht) bestehende Band erneut anschließen können, weshalb »The Wilderness Of Mirrors« über eine höhere Ohrwurmdichte verfügt als sämtliche Vorgängerscheiben.

Beispiele für potentielle Hitkandidaten gibt es demnach mehr denn je. Allen voran das von Frontmann Zaher Zorgatis gemeinsam mit AMARANTHE-Frontdame Elize Ryd intonierte, emotionsgeladene ›Until The End‹. Aber auch der verhältnismäßig melancholisch angelegte Opener ›Funeral‹, der von der Melodik her am ehesten an die Frühzeit der Truppe erinnernde Gute Laune-Rocker ›Breathing Near The Roar‹ und das von einem Kinderchor unterstützte ›Les enfants du soleil‹ erweisen sich als überaus eingängig.

Das gilt selbstredend auch für ›Edge Of The Night‹ und ›Echoes Of The Fallen‹, die ich gesondert hervorheben möchte. Ersteres, weil ich phasenweise SAVATAGE-Arrangements (zur »The Wake Of Magellan«-Phase) herauszuhören vermeine, und zweitgenanntes, weil sich MYRATH in diesem, vergleichsweise dunklen und epischen Song von den Melodien her ebenso ihrer eigenen Wurzeln besinnen, zugleich aber auch unter Beweis stellen, daß sie auch Düster-Power-Prog im Stile von EVERGREY draufhaben.

Kurzum, »The Wilderness Of Mirrors« stellt das bislang stärkste Album von MYRATH dar, die damit hoffentlich den nächsten Schritt auf der Erfolgsleiter tätigen werden können.

http://www.myrath.com/

super 14


Walter Scheurer

 
MYRATH im Überblick:
MYRATH – Desert Call (Rundling-Review von 2010 aus Online Empire 44)
MYRATH – Hope (Rundling-Review von 2007 aus Online Empire 32)
MYRATH – Legacy (Rundling-Review von 2016 aus Online Empire 69)
MYRATH – Reflections (Rundling-Review von 2025 aus Online Empire 104)
MYRATH – Tales Of The Sands (Rundling-Review von 2012 aus Online Empire 50)
MYRATH – The Wilderness Of Mirrors (Rundling-Review von 2026 aus Online Empire 107)
MYRATH – Heavy 138-Interview (aus dem Jahr 2011)
MYRATH – Online Empire 51-Interview (aus dem Jahr 2012)
MYRATH – Online Empire 83-Special (aus dem Jahr 2020)
MYRATH – News vom 22.12.2011
MYRATH – News vom 25.07.2022
Soundcheck: MYRATH-Album »Desert Call« im "Soundcheck Heavy 129" auf Platz 31
Soundcheck: MYRATH-Album »Tales Of The Sands« im "Soundcheck Heavy 137" auf Platz 25
Playlist: MYRATH-Album »Tales Of The Sands« in "Jahrescharts 2011" auf Platz 7 von Stefan Glas
Playlist: MYRATH-Liveshow München, Backstage (Club) 25.09.2016 in "Jahrescharts 2016" auf Platz 2 von Gerald Mittinger
Link zur Übersichtsbox für den beteiligten Musiker:
Morgan Berthet
Link zur Übersichtsbox für den beteiligten Musiker:
Kévin Codfert
Link zur Übersichtsbox für den beteiligten Musiker:
Anis Jouini
Link zur Übersichtsbox für den beteiligten Musiker:
Zaher Zorgati
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