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Axel Rudi Pell – Ghost Town
STEAMHAMMER/SPV
Auch wenn seit geraumer Zeit immer wieder mal Stimmen zu vernehmen sind, die Axel Rudi Pell und seiner Mannschaft vorwerfen, nur noch auf Nummer Sicher zu gehen und vorwiegend "alten Wein in neuen Flaschen" zu servieren, sei zunächst einmal angemerkt, daß die Formation in ihrer aktuellen Besetzung seit mittlerweile fast 15 Jahren zusammen ist und in diesem Line-up bemerkenswerte acht Studioalben aufgenommen hat.
Da sich die Band zudem längst eine überaus treue Zuhörerschaft erspielen hat können, kann es also so falsch nicht sein, was wir in regelmäßigen Abständen kredenzt bekommen.
Überhaupt nicht, wie ich meine. Denn die Herrschaften wissen nicht nur, wie man Songs schreibt, sie wissen diese auch, von jeder Bühne aus so zu präsentieren, daß der Hörerschaft gar nichts anderes übrigbleibt als mitzugehen. Wer das nicht glaubt, möge sich eines der zahlreichen Livedokumente der Formation zu Gemüte führen, um seine Meinung eventuell doch noch zu überdenken. Ein enttäuschendes Konzert dürften Axel Rudi Pell und seine Männer bislang nämlich auch noch nicht geliefert zu haben.
Und ebensowenig existieren Tonträger, die nicht zu begeistern wissen. »Ghost Town« stellt diesbezüglich keine Ausnahme dar und weiß einmal mehr, mit den bandtypischen Trademarks zu überzeugen. Wenig überraschend also, daß der eingeschlagene Weg einmal mehr beibehalten wurde und es abermals ausnahmslos Songs zu hören gibt, die im Grenzbereich zwischen traditionell angelegtem Hard Rock und melodiösem Heavy Metal zu verorten sind. Auch das Vortragstempo ist dabei wie gehabt sehr variabel, und auch die Umsetzung der Ideen einmal mehr gelungen.
Und das völlig unabhängig davon, ob sich das Quintett an der eigenen Vergangenheit orientiert, oder Axel mit den komponierten Tracks seinen persönlichen (Gitarren-) Helden Tribut zollt. Zu hören gibt es neben den für die Band typischen Midtempo-Stampfern (›Guillotine Walk‹), einmal mehr auch atmosphärisch angelegte, von getragenen Keyboard-Passagen geprägte Epen wie den Titelsong, und selbstverständlich hat man erneut auch Doublebass-Dampfhämmer (›Hurricane‹) im Talon. Auch auf zum spontanen Mitsingen einladende Hymnen muß niemand verzichten, denn auch diese gibt es in Form von ›Holy Water‹ und ›The Enemy Within‹ auf »Ghost Town« zu hören. Diese Tatsache sollte ebensowenig überraschen, wie ein abermals überzeugender Johnny Gioeli, der in den emotionsgeladenen, balladesken Momenten seine Stärken so richtig auszuspielen versteht. Sehr wohl überraschend wirkt allerdings dessen in der Tat beeindruckendes Gesangsduett mit Udo Dirkschneider, der in ›Breaking Seals‹ einen amtlichen Gastbeitrag abliefert. Definitiv ein Highlight, das in dieser Konstellation hoffentlich auch einmal live zu bestaunen sein wird.
In bewährter Tradition, sprich mit einem Longtrack, endet die Scheibe nach knapp über 55 Minuten Spielzeit. Auch dieser, mit dem Titel ›Higher Call‹, weiß zu gefallen und läßt für den Fan definitiv keine Wünsche offen. Von daher sei noch einmal bei all den Nörglern nachgefragt, was man sich denn von einem Axel Rudi Pell-Album eigentlich wünscht? Zumal auch auf »Ghost Town« weder der Sound noch das Artwork negativ auffallen...
| beeindruckend | 12 |
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