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GODTHRYMM – Projections

PROFOUND LORE RECORDS (Import)

Mit »Projections« schließt die englische Formation GODTHRYMM ihre "Visions" betitelte Trilogie ab. Diese begann mit dem Debut »Reflections« im Jahr 2020 und führte zunächst zu »Distortions«, das im Jahr 2023 für jede Menge wohlwollende Reviews seitens der Presse sorgte. Nicht zuletzt deshalb, weil man dem Quintett attestierte, den Esprit des in den 90er Jahren etablierten Gothic-Doom typisch britischer Prägung auf gediegene Weise in die Gegenwart transportiert zu haben.

Das wird man dem Kollektiv, Hamish Glencross (Gesang, Gitarre), Shaun Taylor-Steels (Drums), Bob Crolla (Baß), Catherine Glencross (Keyboards, Gesang) und Kris McLaughlin (Gitarre), mit Sicherheit auch für den vorliegenden dritten Dreher nicht absprechen. Wohl auch, weil die sechs Tracks von »Projections« zwar als abschließender Teil der erwähnten Trilogie zu betrachten sind, definitiv aber auch für sich allein stehen und als Einzeltracks genossen werden können.

Da sich vergangene Beteiligungen der einzelnen Bandmitglieder abermals mehrfach heraushören lassen, werden erneut Fans von MY DYING BRIDE, VALLENFYRE und SOLSTICE vollends auf ihre Rechnung kommen. Die nunmehr als Quintett aktive Truppe hat jedoch im direkten Vergleich zu den ersten beiden Scheiben wesentlich mehr Wert auf Abwechslung gelegt. Vor allem, was den Gesang betrifft, wurde wahrlich geklotzt, und nicht gekleckert. Nicht nur, daß man für ›Endure My Skin‹ mit Aaron Stainthorpe erneut den früheren MY DYING BRIDE-Sänger mit ins Boot nehmen konnte, der als Gesangsikone des Subgenres geltende Mann ist im Vergleich zum Vorgängeralbum nicht mehr bloß als "Erzähler" mit von der Partie, sondern tatsächlich als Vokalist. Doch nicht nur Aaron vermag, dem Album zusätzlichen Tiefgang zu verabreichen. Schon im eröffnenden ›Trenches Deep‹, der flottesten Nummer des Albums, geben sich der aktuelle XENTRIX-Frontmann Jay Walsh und der ehemalige ENGLISH DOGS-Sänger Ade Bailey die Ehre.

Doch GODTHRYMM wissen selbstredend auch ohne Gäste zu imponieren. Etwa im ultra-langsam pumpenden ›Truth Is My Own‹ oder dem atmosphärisch angelegten, mit gen PINK FLOYD tendierenden Gitarrenmelodien versehenen ›Jewels‹, in dem Catherine ihre wunderschöne Stimme zu Einsatz bringen darf. Gänsehaut pur!

Kurzum, ein wahrlich feines Album, das nicht nur Reminiszenzen an die eingangs erwähnte Blütezeit des britischen Doom hervorruft, sondern die Zuhörerschaft obendrein unmittelbar in den nächsten Herbst versetzt.

https://www.godthrymm.com/

super 14


Walter Scheurer

 
GODTHRYMM im Überblick:
GODTHRYMM – Projections (Rundling-Review von 2026 aus Online Empire 107)
GODTHRYMM – News vom 21.05.2018
GODTHRYMM – News vom 06.06.2018
GODTHRYMM – News vom 19.08.2019
GODTHRYMM – News vom 29.01.2022
GODTHRYMM – News vom 19.01.2024
Link zur Übersichtsbox für den beteiligten Musiker:
"Sasquatch" Bob Crolla
Link zur Übersichtsbox für den beteiligten Musiker:
Hamish Glencross
Link zur Übersichtsbox für den beteiligten Musiker:
Kris McLaughlin
Link zur Übersichtsbox für den beteiligten Musiker:
Shaun Taylor-Steels
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