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ASTEROID B-612 – Roads, Stars
GOLDEN ROBOT RECORDS/SOULFOOD
Schenkt man dem Info der Plattenfirma Glauben, sind ASTEROID B-612 in den 90er Jahren eine der führenden Bands im australischen Rock-Underground gewesen. In Mitteleuropa scheint man dagegen bisweilen noch so gut wie gar nichts von diesem Quintett mitbekommen zu haben, das sich nach dem Heimatplaneten des "Kleinen Prinzen" benannt hat. Ob das tatsächlich nur daran liegt, daß sich die Formation nach einer 25 Jahre andauernden Schaffenspause mit »Roads, Stars« erstmals wieder in der Szene zurückmeldet, weiß man nicht.
Das ist aber auch nicht weiter von Relevanz, denn schon nach dem Erstkontakt mit vorliegendem Comebackalbum läßt sich feststellen, daß hier erfahrene Recken zugange sein müssen.
Die insgesamt zehn Tracks wirken ausgereift und auch auf den Punkt komponiert. Zudem wird auch schnell klar, daß die Vorbilder und Orientierungshilfen zu einem Großteil wohl auch schon vor diesem Päuschen bekannt und berühmt gewesen sind. Nach einer eher schräg anmutendem Einleitung geht es mit ›Bending Bars‹ in lässiger Alternative Rock-Machart los. Auf australische Herkunft würde man hier zwar nicht zu wetten wagen, doch auch davon gibt es in Folge noch etwas zu vernehmen. ›Hold To Hold‹ zum Beispiel, das mit landestypischem Pub Rock-Groove aus den Boxen kommt, ehe sich der Fünfer mit ›The Tides Of Tides‹ dem Frühwerk von Mick Jagger und Co. anzunähern versucht. Nicht zwingend erfolgreich, muß man festhalten, aber immerhin ohne zu stolpern.
Auffällig ist generell, daß markante Hooks und Refrains nicht zwingend im Fokus der Australier stehen. Allen voran das getragene ›A Cruel Thing Sleeps In Your Happiness‹ verkommt dadurch regelrecht zu einem Durchläufer. Im Langzeitgedächtnis kann sich in weiterer Folge das mit dezenter Punk-Schlagseite ausgestattete ›Yeah You‹ aber dennoch einnisten, wohingegen der melancholische Heavy Blues ›Mess With You‹ mehrere Durchläufe benötigt, um erschlossen zu werden. Dieser, mit amtlicher Desert/Stoner-Rock-Schlagseite aus den Boxen donnernde Track versprüht Coolness ohne Ende, wird vom anschließenden ›Park Bench Gods‹ jedoch regelrecht konterkariert.
Der "Punk meets Surf"-Sound dieses Tracks wurde zudem auch soundtechnisch entsprechend umgesetzt und vermittelt in erster Linie den Spaß, den die betagten Herren bei den Aufnahmen gehabt haben müssen. Selbiges gilt auch für ›Cheap As Chips‹, einem Boogie-Rocker, der wohl auch aus einer Session von Billy Gibbons und Lemmy entstehen hätte können. So dürfte im Lager von ASTEROID B-612 wohl "Huldigung" gesehen werden.
Was das schräge Instrumental ›Forever Flying‹ danach genau mitteilen möchte, erschließt sich mir nicht. Doch auch das ist nicht weiter dramatisch, denn der abschließende Titelsong erweist sich abermals als gelungenes Kleinod, das mich daran denken läßt, wie sich wohl MOTÖRHEAD mit Gitarrenklängen im Stile der frühen THE BEACH BOYS anhören würden. Komisch, ich weiß. Und eigenwillig. Aber auch nicht uninteressant. Und genau so fällt auch mein Fazit für »Roads, Stars« aus.
http://www.facebook.com/people/asteroid-b-612/61575216390576/
| ordentlich | 9 |
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