UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Y-Files »UE« → Review-Überblick → Do It Yourself-Review-Überblick → UNLOVED – »My Way To Run«-Review last update: 18.06.2022, 10:01:29  

”Y-Files”-Datasheet

Contents:  UNLOVED-Do It Yourself-Review: »My Way To Run«

Date:  15.05.2006 (created), 23.06.2022 (revisited), 23.06.2022 (updated)

Origin:  post-UNDERGROUND EMPIRE 7

Status:  unreleased

Reason:  medium missing

Task:  revitalize

Comment:

Mittlerweile ist UNDERGROUND EMPIRE 7 komplett online, so daß wir uns nun den Beiträgen zuwenden, die bereits für die Nachfolgeausgabe entstanden waren. Da diese nie erscheinen sollte, blieben diese Texte bislang unveröffentlicht; lediglich einige wurden für die frühen Online-Ausgaben verwendet. Daß aber wir auch nach UNDERGROUND EMPIRE 7 fleißig waren, zeigen diese Artikel, die nun auf diesem Weg veröffentlicht werden; darunter befinden sich allerdings auch einige Fragmente, die in ihrem unvollständigen Zustand wiederbelebt werden, um einen möglichst genauen Eindruck davon zu vermitteln, wie UNDERGROUND EMPIRE 8 hätte aussehen sollen.

 


 

Dieses Review von Holger (und einige andere) sind entstanden, als die Online-Version von UNDERGROUND EMPIRE schon aktiv war. Somit stellt sich auch die Frage, ob obige Betrachtung zu UNDERGROUND EMPIRE 8 hier überhaupt paßt; aber völlig falsch ist sie auch nicht, denn es gab nie einen Punkt, an dem meinereiner offiziell beschloß, daß es eine weitere Printausgabe des UNDERGROUND EMPIRE nicht geben würde. Doch zurück zu Holgers Review: Warum wurde es nicht veröffentlicht? Ich kann das heute nicht mehr sagen, aber ich vermute, daß es vor allem damit zu tun hatte, daß ich damals beruflich stark eingespannt war. Zudem war die Neuprogrammierung des Content Management-Systems sehr zeitaufwendig. Also vermutlich fehlte mir einfach die Zeit, um dieses Review einzubinden. Sorry, Holg! Doch nun soll es zumindest in den "Y-Files" ein Plätzchen finden.

Bei diesen Texten war es auch schwer, den Zeitpunkt, an dem sie entstanden sind, festzulegen. Ich konnte lediglich auf das Datum zurückgreifen, an dem die entsprechende Textdatei zum letzten Mal abgespeichert worden war.

Supervisor:  i.V. Stefan Glas

 
 

last Index next
UNLOVED-CD-Cover

UNLOVED

My Way To Run

(4-Song-CD: Preis unbekannt)

Unverhofft kommt oft. Dieser etwas abgedroschene Slogan trifft im Falle von UNLOVED den berühmten Nagel auf den Kopf. Als ich nämlich im Herbst des Jahres 2004 ihre erste selbstfinanzierte EP »My Way To Run« in die Finger bekam, erwartete ich gar nichts. Sprach die Infobeilage der Leipziger Band von einer Mischung aus allerlei Stilelementen, die im Gesamtergebnis irgendwo im Indepedent-Bereich anzusiedeln sei. Das konnte ja alles und gar nichts bedeuten. Lediglich die Tatsache, dass Vurtox, Taktverschieber bei DISSILLUSION, im bequemen Produzentensessel Platz genommen hatte, erregte meine Aufmerksamkeit. Zählen eben jene doch zu meinen Neuentdeckungen der letzten Jahre. Hinzu kam der optische Faktor, der ein sehr ansprechendes Artwork bot. Und die grandiose Idee, im Booklet einzig ein Rezept zur Herstellung eines Brombeerkuchens abzudrucken, erschien mir ebenfalls sehr kreativ. Und genauso kreativ ist auch die Musik von UNLOVED. Jeder Song in sich steckt voller Details, die auch nach etlichen Umdrehungen im Player, Überraschungen in sich bergen, und kein Song ist wie der vorige. Da gibt es behutsame Melodien, aggressive Riffs, Soundcollagen und genrefremden Instrumenteneinsatz. So streichelt zum Beispiel die Violine ab und an unsere Gehörgänge und über den elfenhaften Gesang von Frontfrau Shya will ich gar nicht erst ins Schwärmen kommen. Die EP wurde völlig zu recht aller Ortens abgefeiert, und so durfte man umso gespannter auf den Nachfolger hoffen, der uns nun in Form der fünf Songs umfassenden EP »Killersongs« vorliegt. Um eines gleich vorweg zu nehmen: Es hat sich nichts geändert. Wieder gibt es eine superbe äußere Hülle und wieder gibt es ein Rezept mit Brombeeren im Booklet. Aber auch musikalisch wandelt man immer noch gefühlvoll zwischen allen erdenklichen Ebenen hin und her. Dieses Mal sehe ich angenehme Parallelen zu den famosen ETHER, die mit ihrem einzigen Album »TV & Churches« Mitte der 90er und einem Gastauftritt noch Nick Brophy (ex-RIVERDOGS) von sich reden machen konnten, und finde das Spektrum insgesamt aber noch einmal deutlich erweitert. Die Gitarre gibt sich noch verspielter, und die Transparenz der einzelnen Instrumente gibt allen Songs, trotz der eher besinnlichen Stimmung, eine unglaublich dichte Atmosphäre. Hört Euch nur den grandiosen Aufbau von ›Come Posing‹ an und Ihr wißt plötzlich, daß es kurze Longtracks gibt. Hier passiert in knappen fünf Minuten so unglaublich viel, ohne daß der rote Faden auch nur zu einer Sekunde verlorengehen würde. Da werden ganz bewußte Pausen gesetzt, da wird ein Spannungsbogen aufgezogen, der jeden aufgeschlossenen Musikliebhaber unwillkürlich in seinen Bann ziehen muß. ›Drifting Away‹ kommt schlußendlich dann gar mit swingenden Elementen um die Ecke und irritiert den Hörer beim ersten Durchlauf dann sogar kurz vor Ende noch einmal gewaltig. Ihr seht es, UNLOVED sind es entgegen ihrem Namen durchaus wert, geliebt zu werden. Und wer daran zweifelt, muß (!) sich nur ›Pandora‹ zu Gemüte führen. Emotionslava aus dem Breitwandglutofen. Spätestens beim Akkordeon-Einsatz überschütten mich gehäutete Gänse, und ich werde sentimental. Für mich bislang der beste Song einer deutschen Band ohne Deal seit einer ganz langen Ewigkeit. Summa summarum eine ganz tolle neue Band, die es zu unterstützen gilt.

http://www.unloved.info/


Holger Andrae

 
UNLOVED im Überblick:
UNLOVED – My Way To Run (Do It Yourself-Review von 2005)
UNLOVED – My Way To Run (Do It Yourself-Review von 2006)
UNLOVED – News vom 03.09.2009
UNLOVED – News vom 17.05.2010
© 1989-2022 Underground Empire



last Index next

Stop This War! Support The Victims.
Button: here