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  UE-Home → Online Empire 89 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → KADABRA – »Ultra«-Review last update: 02.12.2021, 17:38:12  

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KADABRA – Ultra

HEAVY PSYCH SOUNDS/CARGO

Spätestens der Einstieg ins Geschehen mit einer Rückkopplungsorgie macht klar, was Bandname und Cover ohnehin bereits vermuten haben lassen. Auf »Ultra« geht es in bewährter, wie bekannter Doom/Stoner-Manier zur Sache, wobei sich das Trio aus Spokane im Bundesstaat Washington ganz offenkundig an den alten Helden orientiert.

Das geben die drei Musiker auch zu, selbst wenn neben PENTAGRAM und BLACK SABBATH auf jeden Fall auch SAINT VITUS Erwähnung hätte finden müssen. Nicht zuletzt, weil der dreckige Klang der Gitarre von Garret Zanol immer wieder an das räudige Spiel von Dave Chandler denken läßt. Sein Gesang dagegen klingt wie eine Mischung aus dem jungen Ozzy und KADAVAR-Lupus, also irgendwie glockenhell und zugleich etwas überkandidelt. Zum musikalischen Vortrag paßt eine solche Stimme jedenfalls fabelhaft, denn selbst dann, wenn die drei Kollegen den ersten Helden des Desert- und Stoner Rock huldigen, wie etwa in ›Coyote‹, das eine schwere KYUSS-Schlagseite abbekommen hat, macht sich eine gewisse SABBATH-Nähe breit. Da der Frontmann zudem ein glühender Hendrix-Fan sein dürfte, sollten auch diverse ähnlich angelegte Wah-Wah-Eskapaden nicht verwundern. Einige der Nummern bekommen dadurch zusätzlich Drive, und zudem erhalten die atmosphärisch doch eher dunkel gehaltenen Tracks ein wenig Farbe.

Für Unterhaltung sorgt dagegen die eigentlich schwer pumpende Heavy Rock-Nummer ›Bean King‹. Denn daß dieser Song vom stampfenden Blues-Grundrhythmus her an den unter anderem von Frank Marino intonierten Slim Harpo-Klassiker ›I'm A King Bee‹ denken läßt, kann durchaus Zufall, aber auch ein bewußt gesetztes, geniales Wortspielchen sein. Doch wie auch immer, Tatsache ist, daß KADABRA keinen Freund der genannten Bands und Künstler enttäuschen werden. Auch wenn es beim nächsten Versuch doch auch gerne ein wenig mehr an zwingenden Hooks und einprägsamen Refrains sein dürfen.

Für ein Debut ist »Ultra« aber dennoch auf jeden Fall sehr ordentlich ausgefallen. Auch, weil die Jungs aus dem Nordwesten der Staaten mit ihren wehklagend vorgetragenen, klassischen Doom-Tracks wie ›Graveyard‹ oder ›Death‹ nachhaltig Eindruck hinterlassen.

https://kadabraband.bandcamp.com/

beeindruckend 13


Walter Scheurer

 
KADABRA im Überblick:
KADABRA – Ultra (Rundling-Review von 2021)
© 1989-2021 Underground Empire


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