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MERCURY CIRCLE – Killing Moons

NOBLE DEMON (Import)

Nach der vor etwas mehr als einem Jahr veröffentlichten EP »The Dawn Of Vitriol« kredenzt diese finnische Formation nun ihr erstes Langeisen. Von den fünf Tracks der Debut-Veröffentlichung hat man zwar keinen übernommen, die stilistische Ausführung und die Gangart sind aber unverändert geblieben.

Insofern nachvollziehbar, da das 2018 vom aktuellen SWALLOW THE SUN-Keyboarder Jaani Peuhu gegründete Unternehmen zum Ausleben seiner musikalischen Vorlieben abseits des Stils seiner Stammformation gedacht war. Das scheint auch seinen Mitstreitern von Anfang an wichtig gewesen zu sein, weshalb sich bei MERCURY CIRCLE durchweg Musiker mit Metal-Background zusammengefunden haben.

Neben Jaani sind das die Gitarristen Jussi Hämäläinen (HANGING GARDEN, THE CHANT) und Juppe Sutela (TO/DIE/FOR) sowie SLEEP OF MONSTERS-Bassist Ande Kiiski und der ehemalige CHILDREN OF BODOM-Schlagzeuger Jaska Raatikainen. Allesamt Musiker, die auch ein offenbar nicht minder stark vorhandenes Faible für dunkle und düstere Gothic-Sounds haben, und dieses nun mit »Killing Moons« in Form von zehn Exponaten ihrer Schaffenskunst vorstellig machen.

Der Einstieg mit ›The Gates Wide Open‹ wirkt zunächst fast ein wenig esoterisch, da die Nummer von der Rhythmik her wie ein Schamanen-Ritual im Dark Wave-Mäntelchen klingt. Im Verlauf der Spielzeit gedeiht der Opener aber doch noch zu einem auf eleganten Synth-Sounds offerierten, tanzbaren, leicht psychedelisch gefärbten dunklen Epos. Das daran anschließende ›Black Mirrors‹ läßt dann erstmals Reminiszenzen an Gothic-Klänge aus den späten 80er Jahren aufkommen, bevor die Finnen mit ›You Open Up The Earth‹ auf Synthesizer-Klänge setzen und diese auf einlullende, gefühlsbetonte Weise darbieten.

Mit dem Titeltrack wird es dann so richtig düster, läßt man damit doch daran denken, wie es sich wohl anhören könnte, wenn frühe THE SISTER OF MERCY Doom Metal finnischer Provenienz darbieten würden. Sehr intensiv jedenfalls, was auch auf den einzigen Gothic Metal-infiltrierten Song ›Seven Archangels‹ zutrifft. Danach nimmt die Spannung leider ein wenig ab, denn ›Call On The Dark‹ erweist sich als zu langatmig geraten, und auch ›Avalanche‹ zählt aufgrund der eher unspektakulären Arrangements nicht unbedingt zu den Höhepunkten.

Gegen Ende hin zeigen sich MERCURY CIRCLE zum Glück aber wieder von einer wirklich starken Seite. So animieren ›An Arrow‹ und ›Like Matches‹ gleichermaßen zum Schwofen, und sollten daher jede Gruftie-Party auf Vordermann bringen können. Aufgrund der zunächst nicht ganz so offenkundigen, sich jedoch im Verlauf der Spielzeit aus dem erwärmenden Dunkel-Sound herausschälenden Hooks sollten die beiden Tracks auch für Radioeinsätze brauchbar sein. Dem nicht genug, erweist sich auch der fast zehnminütige, von schlicht wunderschönen, an die letzten KATATONIA-Alben gemahnenden Melodien geprägte, Dark Rock-Monolith ›Death Poem‹ als eines der Highlights des Albums.

In Summe ist »Killing Moons« demnach als gelungener, dunkel-düsterer Dreher eines überaus interessanten Unternehmens, das hoffentlich bereits mit der Planung für sein langfristiges Bestehen begonnen hat, zu betrachten.

http://www.facebook.com/mercurycircleofficial/

gut 11


Walter Scheurer

 
MERCURY CIRCLE im Überblick:
MERCURY CIRCLE – Killing Moons (Rundling-Review von 2021)
MERCURY CIRCLE – News vom 23.05.2019
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andere Projekte des beteiligten Musikers Jaani Peuhu:
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CHILDREN OF BODOM – News vom 30.05.2015
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