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  UE-Home → Online Empire 89 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → THE GEORGIA THUNDERBOLTS – »Can We Get A Witness«-Review last update: 02.12.2021, 17:38:12  

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THE GEORGIA THUNDERBOLTS – Can We Get A Witness

MASCOT RECORDS/ROUGH TRADE

Durch die vor gut einem Jahr aufgelegte, selbstbetitelten EP konnte diese Band aus Rome in Georgia auch hierzulande einiges an Aufmerksamkeit erhalten. In der Heimat dagegen läuft es schon länger ganz ordentlich für das Quintett. Das liegt zum einen an der Chance, sich immer wieder auf Bühnen präsentiert haben zu dürfen, und zum anderen daran, daß THE GEORGIA THUNDERBOLTS nicht nur vom Namen her, sondern auch musikalisch US-typische Traditionen verkörpern, und wohl schon allein deshalb einen gewissen Sympathiebonus genießen.

Die fünf Burschen machen aus ihren Vorbildern aber auch gar kein Hehl, sondern offerieren auch auf ihrem ersten Langeisen ausnahmslos Klänge, die sowohl eingeschworene Anhänger von alten Südstaaten-Heroen wie LYNYRD SKYNYRD, THE OUTLAWS oder THE ALLMAN BROTHERS ansprechen, zugleich aber auch bei Fans der jungen Garde wie BLACKBERRY SMOKE oder auch BLACK STONE CHERRY für Begeisterung sorgen werden. Da auch die vier Tracks der EP auf das Album gepackt wurden, kommt »Can We Get A Witness« mit insgesamt zwölf Nummern und einer beachtlichen Laufzeit von knapp 55 Minuten daher. Diese sind jedoch von hohem Abwechslungsreichtum geprägt, da es der Band gelungen ist, sämtliche Anklänge, die den Southern Rock ausmachen, in ihren Sound zu integrieren.

Dominierend ist jedoch klar der Rock in seiner urwüchsigen, klangtechnisch mit verdammt viel Dreck, aber dennoch klar und transparent umgesetzten Machart. Auch, weil bei THE GEORGIA THUNDERBOLTS im Vergleich zu diversen anderen, zeitgenössischen US-Acts die Country-Schlagseite der Tracks eher dezent ausfällt, und stattdessen die Gitarren von Riley Couzzourt und Logan Tolbert nach allen Regeln der Rockkunst aufheulen. Doch auch Sänger TJ Lyle darf nicht unerwähnt bleiben, bereichert er den Vortrag doch immens. Schließlich verfügt der Kerl nicht nur über die perfekt passende Blues- und Soul-reiche, ausdrucksstarke Stimme, er versteht zudem, mit seiner Mundharmonika für Akzent zu sorgen.

Dadurch vergeht die Spielzeit an sich zwar wie im Flug, da es die Jungs jedoch ohnehin geschafft haben, eine ganze Ladung an Ohrwürmern abzuliefern, bleiben die Tracks sofort im Gedächtnis. Das gilt logischerweise in erster Linie für die Eigenkompositionen der Burschen, die sich mit dem kantigen Rocker ›Take It Slow‹, dem LYNYRD SKYNYRD-Soundalike ›Looking For An Old Friend‹ und den nicht minder intensiven Hörerlebnissen ›Spirit Of A Workin' Man‹ und ›Set Me Free‹ für jeden Classic Rock-Sender förmlich aufdrängen.

Als nicht minder essentiell erweisen sich aber auch die Interpretationen von ›Midnight Rider‹ und ›Be Good To Yourself‹. Ersteres kommt durch das Timbre von TJ dem Original von THE ALLMAN BROTHERS zwar verdammt nahe, klingt in der THUNDERBOLTS-Umsetzung aber doch wesentlich rockiger und härter. Das von FREE-Bassist Andy Fraser komponierte ›Be Good To Yourself‹ dagegen wurde im Vergleich zum Original erst einmal in Richtung Southern Rock hin umarrangiert, und konnte so perfekt in das Gesamtkonzept integriert werden.

Kurzum, auf »Can We Get A Witness« wurde verdammt viel gut und richtig gemacht! Bravo!

https://www.georgiathunderbolts.com/

super 14


Walter Scheurer

 
THE GEORGIA THUNDERBOLTS im Überblick:
THE GEORGIA THUNDERBOLTS – Can We Get A Witness (Rundling-Review von 2021)
THE GEORGIA THUNDERBOLTS – The Georgia Thunderbolts (Rundling-Review von 2021)
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