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FOREIGN – The Symphony Of The Wandering Jew Part II

PRIDE AND JOY MUSIC/EDEL

Es war 2014 als der französische Musiker Ivan Jacquin erstmals unter dem Banner FOREIGN in Erscheinung getreten ist. Auf »The Symphony Of The Wandering Jew« hatte er symphonischen Rock dargeboten, den er zusammen mit diversen französischen Musikern auf gediegene Weise zelebrierte. Die Besonderheit lag an der Tatsache, daß der rein instrumental gehaltene, und wohl mit Bedacht "Part I" betitelte Dreher tatsächlich nach einer "Wanderung" durch unterschiedliche Regionen anmutete. Und zwar deshalb, weil Ivan und seine Kollegen sich durch die Verwendung von für Rockmusik eher unkonventioneller Gerätschaft wie Duduk und Dulcimer mehrfach in Richtung World Music orientierten. In den letzten Jahren scheint der generell an mehreren Fronten aktive Franzose mit der musikalischen Fortsetzung der Geschichte schwer beschäftigt gewesen zu sein. Wobei die musikalische Umsetzung von "Part II" allein gar nicht den Löwenanteil in Anspruch genommen haben dürfte. Denn so toll und beeindruckend es auch klingt, wenn ein Künstler an die 40 Gastmusiker für ein Projekt begeistern kann, muß es erst einmal bewerkstelligt werden, diese in einem überschaubaren Zeitrahmen um ihre Beiträge zu bitten. Von den daran anschließenden weiteren Tätigkeiten, wie dem Arrangieren der Tracks ganz zu schweigen. Doch der Komponist, Keyboarder und Sänger hat keine Mühen gescheut (und wohl auch keine Kosten), um unter anderem Mike LePond für den Baß, Drummer Leo Margarit und Zak Stevens, Andy Kuntz und Tom Englund als Sänger mit dabei zu haben. Was auch immer Ivan dafür unternehmen hat müssen - es hat sich definitiv gelohnt. Die Spielzeit erweist sich nämlich nicht nur als überaus kurzweilig, unterhaltsam und spannungsgeladen, man merkt unter anderem in den detailverliebten Arrangements auch, wie viel Herzblut in FOREIGN steckt.

Die Geschichte, die auf dem Buch "Histoire Du Juif Errant" von Jean d'Ormesson basiert, handelt in diesem Teil von der weiteren Reise des zu ewigem Leben verdammten Protagonisten Ahasver. Der zieht von ›Yerushalaïm‹ (so berührend hat Zak seit »Wake Of Magellan« nicht mehr geklungen!) durch den hohen Norden (›Mariner Of All Seas‹ bemüht sich leider ein wenig zu sehr um Seefahrer-Romantik, entpuppt sich aber eher als purer Kitsch) und die ›Holy Lands‹ (ein Instrumental, das auf jegliche Rockzutaten verzichtet, aber perfekt in den Konsens paßt) in Richtung der französischen Revolution, und zwar in Form des Symphonic Metal-Elaborats ›Revolutions‹ mit einer Extraportion Dramatik.

Die Story selbst mag zwar abstrus klingen, konnte musikalisch aber auf jeden Fall bemerkenswert umgesetzt werden. Daher werden selbst ansonsten an Rockopern nur mäßig interessierte Zeitgenossen, zumindest phasenweise Gefallen an diesem, in jeder Weise üppigen Werk und seiner cineastischen Darbietung haben.

Wann auch immer Ivan gedenkt, die als Trilogie angedachte Story zu finalisieren, die weitere Fortsetzung läßt Großes erwarten.

http://www.facebook.com/foreignrockoperafrance/

gut 11


Walter Scheurer

 
FOREIGN im Überblick:
FOREIGN – The Symphony Of The Wandering Jew Part II (Rundling-Review von 2021)
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