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SATYRUS (I) – Rites

ARGONAUTA RECORDS (Import)

Sonderlich schwierig ist es nicht, eine Zielgruppe fĂŒr diese Band zu finden. Wer mit Doom generell nichts anzufangen weiß, okkult angehauchte Texten eher zum Davonlaufen findet und die frĂŒhen BLACK SABBATH womöglich nicht mal ansatzweise schĂ€tzt, darf also gerne bereits hier zu lesen aufhören. Wer dagegen dreimal hintereinander laut "hier" brĂŒllt, wenn die erwĂ€hnten Stichworte fallen, sollte sich den Bandnamen SATYRUS gut merken.

Die 2016 in Palermo aus der Taufe gehobene Band hat sich nĂ€mlich exakt jener Gangart verschrieben und legt mit »Rites« ein dementsprechend tönendes Debutalbum vor. Dieses wurde zwar an sich bereits im letzten Jahr in Eigenregie veröffentlicht, steigt aber erst jetzt mit Hilfe des einschlĂ€gig orientierten Labels ARGONAUTA RECORDS einigermaßen aus den Untiefen des Undergrounds empor.

Die Sizilianer kredenzen ihre Melange handwerklich ordentlich und solide. Und das nicht nur aus Überzeugung und mit entsprechender Hingabe, sondern durch cineastische Zusatzmittelchen sogar mit einem dezenten Horrorfilm-Flair. So kommen etwa in der eröffnenden, satte zwölf Minuten fĂŒr Dröhnung sorgenden Bandhymne â€șBlack Satyrusâ€č nicht nur sakrale Chöre zum Einsatz, sondern sogar Aleister Crowley persönlich, wenn auch nur in Form von eingespielten Sprachsamples.

FĂŒr nicht minder ergreifende und fesselnde BeitrĂ€ge sorgt aber auch Frankie Pizzimenti. Der Riff-Beauftragte der Band wird seinen Abschluß an der Iommi-Akademie zwar ohnehin nicht abstreiten wollen, man darf ihm aber durchaus unterstellen, in seinem Jahrgang wohl einer der "Oberstreber" gewesen zu sein. Doch das dĂŒrfte Frankie nicht weiter kratzen, schließlich hĂ€tte er dann womöglich den Ă€hnlich tickenden Johannes Passafiume niemals kennengelernt. Doch das war wichtig, denn Johannes (endlich mal Musiker aus dieser Ecke, die sich weder Pseudonyme geben mĂŒssen noch ihre IdentitĂ€ten hinter einzelnen Buchstaben verbergen!) vermag das weinerliche Element von Ozzys Gesang in jungen Jahren perfekt wiederzugeben.

Da er an sich jedoch eine wesentlich rauhere Stimme besitzt, und die Band im Verlauf der Spielzeit auf akzentuierte Tempowechsel setzt, um fĂŒr ein Mindestmaß an Abwechslung zu sorgen, haben wir es keineswegs mit einer SABBATH-Klon-Truppe zu tun. Zwar stellt die Rhythmusfraktion mit â€șStigmaâ€č knapp vor Schluß noch einmal das glatte Gegenteil unter Beweis, doch sowohl die dreckig-rockige Gitarre als auch der hier etwas schrĂ€g angelegte Gesang lassen eher an PENTAGRAM als an die Genre-Initiatoren aus Birmingham denken.

Freunde der Langsamkeit, Ihr wißt, was zu tun ist!

http://www.facebook.com/satyrus-1835128146700112/

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
SATYRUS (I) (neue Besetzung) im Überblick:
SATYRUS (I) – Rites (Rundling)
SATYRUS (I) – News vom 08.10.2017
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