UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 85 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → GAZPACHO (N) – Â»Fireworker«-Review last update: 11.05.2021, 19:43:44  

last Index next

GAZPACHO (N) – Fireworker

KSCOPE/EDEL

Seit fast 20 Jahren steht der Name GAZPACHO nun schon fĂŒr kĂŒnstlerisch anspruchsvolle KlĂ€nge. Die waren, und sind immer noch, fraglos der Kategorie "Progressive" zuzuordnen. Den Begriff "Rock" dagegen kann meine Wenigkeit ehrlich gesagt schon lĂ€nger nicht mehr mit dieser Formation in Verbindung bringen. Auch wenn es in der Vergangenheit - zumindest ab und zu - einigermaßen zur Sache gegangen ist. Das hat sich allerdings im Laufe der Zeit gehörig geĂ€ndert, wobei hinzuzufĂŒgen ist, daß sich das Sextett aus der norwegischen Hauptstadt selbst nicht unbedingt dieser "Abteilung" zugehörig fĂŒhlt. Ebensowenig kĂŒmmert es sich um etwaige Klischees, und noch weniger um irgendwelche stilistischen Limitierungen.

Das ist auch ihrem zwölften Studioalbum anzuhören, das mutig und couragiert vom fast 20(!)-minĂŒtigen Epos â€șSpace Cowboyâ€č eröffnet wird. Getragen einmal mehr von den ausladenden Keyboardteppichen von Bandoberhaupt Thomas Andersen, entfĂŒhren GAZPACHO den Hörer damit förmlich auf einen musikalischen Trip, der aufgrund der wohl bewußt reduzierten, relativ leise und dezent gehaltenen AtmosphĂ€re, zum genauen Zuhören zwingt. Das Album dĂŒrfte auch durchaus mit KalkĂŒl entsprechend produziert worden sein, denn je mehr man sich auf die wohldosierten, und erneut eher unterkĂŒhlt wirkenden Tracks einlĂ€ĂŸt, um so mehr stellt man fest, wie einfach es zu sein scheint, mit kurzen, dafĂŒr aber ungemein prĂ€zisen Breaks fĂŒr entscheidende Wendungen und dadurch fĂŒr völlig unterschiedliche Stimmungen zu sorgen.

Das ist im zunĂ€chst eher melancholisch-balladesk gehaltenen â€șHourglassâ€č der Fall, das durch sein klassisches Arrangement einen fast schon sakralen Charakter erhĂ€lt. Aber auch im synthetisch-folkloristisch startenden Titelsong, der von dezenten, orientalischen Melodien unterlegt ist und gegen Ende hin durch den Einsatz einer ĂŒberraschend harsch gezupften Gitarre noch gehörig Fahrt aufnimmt.

In â€șAntiqueâ€č, das tiefenentspannt und mit meditativ wirkendem Charakter aus den Boxen kommt, hat dann SĂ€nger Jan-Henrik Ohme seinen großen Auftritt. Dabei kann er sich nĂ€mlich sowohl mit GĂ€nsehaut erzeugender Hingabe als auch mit seinen, einmal mehr fast schon philosophisch anmutenden Texten, eindrucksvoll Szene setzen. Das schafft der gute Mann an sich auch im Finale â€șSapienâ€č, nach der gut viertelstĂŒndigen Laufzeit dieses Tracks muß aber dennoch die Frage erlaubt sein, ob das nun noch als "Kunst" durchgeht, oder doch schon eher in die Kategorie "belanglose Hintergrundberieselung" fĂ€llt? FĂŒr mein DafĂŒrhalten trifft bei diesem Titel eindeutig zweiteres zu.

Das allerdings dĂŒrfte den Kollegen aus Norwegen ebenso am Allerwertesten vorbeigehen, wie ihren Fans. Die bekommen nĂ€mlich einmal mehr anspruchsvolle und Ă€sthetische Klangkost auf spieltechnisch höchstem Niveau geboten. Ich dagegen fĂŒhl' mich erstaunlich mĂŒĂŒĂŒddeee...

http://www.gazpachoworld.com/

ordentlich 8


Walter Scheurer

 
GAZPACHO (N) im Überblick:
GAZPACHO (N) – Fireworker (Rundling)
GAZPACHO (N) – Molok (Rundling)
GAZPACHO (N) – Night Of The Demon (Rundling)
GAZPACHO (N) – ONLINE EMPIRE 36-"Living Underground"-Artikel
GAZPACHO (N) – ONLINE EMPIRE 44-"Living Underground"-Artikel
© 1989-2021 Underground Empire


last Index next

UNDERGROUND EMPIRE vor zehn Jahren!
Button: hier