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WAYWARD (D, Leipzig) – Midnight Blood

THIS CHARMING MAN RECORDS

Nicht von dem Sextett gleichen Namens aus München, das vor einer Dekade mit »Headlines« ein durchaus gelungenes, melodiöses Heavy Rock-Gerät offerierte, ist hier die Rede, sondern von vier Burschen aus Leipzig. Die sind zwar allesamt auch noch bei diversen anderen Bands am Start, scheinen aber erst in eben dieser Besetzung als WAYWARD jene Spielwiese gefunden zu haben, die es brauchte, um der gemeinsamen Vorliebe für erdig-räudigen Hard /Heavy Rock frönen zu können.

Zwar wird schon nach wenigen Sekunden des Openers ›Midnight Blood‹ deutlich, daß hier jemand in erster Linie Lemmy und Co. huldigt, noch viel mehr aber merkt man dem Quartett seine Hingabe an. Für Soundfetischisten mag die Scheibe eventuell zu dreckig klingen, zur stilistischen Ausrichtung paßt das Klangbild jedoch ganz hervorragend, zumal man auch der Baßgitarre den entsprechenden Raum zur Entfaltung gewährt hat. Dennoch sei hinzugefügt, daß WAYWARD keineswegs einzig und allein als Verwalter des typischen MOTÖRHEAD-Sounds betrachtet werden sollen, sondern die vier Jungs offensichtlich an allem ihren Spaß haben, das locker und lässig aus den Boxen gerockt kommt.

Daß Sänger Tony Heinrich (noch?) nicht über jene Art Whiskey-getränkter Stimmbänder verfügt, die für derlei Klänge hinsichtlich der "Authentizität" an sich unabdingbar sind, spielt keine wesentliche Rolle. Schließlich schafft er es sogar, mit seinem zwar nicht immer ganz exakten, auf jeden Fall aber euphorisch klingenden Gesangsbeitrag den Songs ein gewisses Maß an Eigenständigkeit zu verabreichen.

In einer derart eng abgesteckten, stilistischen Nische für Abwechslung zu sorgen, ist natürlich nicht ganz einfach, wirkt sich zum Glück aber auch nicht negativ aus, denn Tracks wie ›Hellride‹, ›Call Of The Mistress‹, ›Dead End Road‹ oder der zwingende ›Bad Vibe Boogie‹ reißen auf jeden Fall mit und dürften in einer Live-Umsetzung für eine schweißtriefende (und aller Voraussicht nach auch bierdunstige) Atmosphäre sorgen.

Bleibt als Fazit festzuhalten, daß die Truppe zwar das Rad nicht neu erfindet (und das wohl auch nicht im Sinn hatte!), ihre Sache aber ordentlich macht, handwerklich auf durchaus ansprechendem Niveau agiert und merklich Spaß an der Sache hat.

Außerdem dürfte es Schlimmeres für eine junge Band geben, als daß einem beim Hören eines Debutalbums Namen wie GIRLSCHOOL, TANK oder VARDIS in den Sinn kommen. Cheers!

http://www.facebook.com/waywardrocknroll/

gut 11


Walter Scheurer

 
WAYWARD (D, Leipzig) im Überblick:
WAYWARD (D, Leipzig) – Midnight Blood (Rundling-Review von 2020)
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