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  UE-Home → History → Online Empire 83 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → HORISONT – »Sudden Death«-Review last update: 20.11.2022, 22:24:48  

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HORISONT – Sudden Death

CENTURY MEDIA RECORDS/SONY MUSIC

Aus ihrer Affinität zu den 70er Jahren hat diese Band noch nie ein Geheimnis gemacht. Im Gegenteil, HORISONT zeigten sich seit den Anfängen optisch schwerstens davon beeinflußt und klangen mitunter sogar, als wären sie direkt dieser Zeit entsprungen. Damit verschaffte sich die Band völlig zu recht einen guten Namen, schließlich boten die Jungs aus der Musik-Metropole Göteborg bislang ausnahmslos feines Material. Und das, obwohl die Mucke im Laufe der Zeit beziehungsweise auf den fünf bisher veröffentlichten Scheiben sukzessive verändert wurde.

Daran hat sich auf Longplayer Nummer Sechs nichts geändert, allerdings scheint sich die Formation in den letzten drei Jahren dermaßen intensiv mit der Popkultur jener Epoche beschäftigt zu haben, daß die einst amtlich groovende Rockgangart von HORISONT auf »Sudden Death« in eine Nebenrolle gedrängt wurde. Für beste Unterhaltung ist aber immer noch gesorgt und nicht zuletzt die Tatsache, daß die Burschen es verstanden haben, ihr Material zum größten Teil (davon ausgenommen ist das ans Ende gesetzte, knietief im 70er ProgRock verwurzelte und ein wenig an die Burschen von HÄLLAS erinnernde Instrumental ›Archaeopteryx In Flight‹, das HORISONT von einer abermals völlig anderen Seite zeigt) mit coolen Hooks auszustatten, sollte der nächste Schritt auf der Karriereleiter nach oben gesichert sein.

Beispiele gefällig? Kein Thema. Mit dem um elegante Streicher-Arrangements aufgefettenen, süffigen Pop-Rock im Opener ›Revolution‹ könnte man die Fanbase sogar um aktuell unterversorgte ELO-affine Zeitgenossen erweitern, während ›Free Riding‹ Pomp im Stil früher QUEEN abbekommen zu haben scheint. In weiterer Folge sind dann auch noch Reminiszenzen an alte TOTO zu vernehmen, wie man auch in Erinnerungen an die Glanzzeit des Glam Rocks schwelgen darf, schließlich wird auf »Sudden Death« nicht wenig aus dieser Ecke geboten. Noch viel deutlicher aber läßt sich erkennen, daß sich HORISONT daran versucht haben, ähnlich prägnante und unauslöschliche Hooks und Refrains zu kreieren, wie das die wohl auf ewige Zeiten berühmteste Pop-Band ihres Heimatlandes damals so locker wirkend geschafft hat.

Natürlich ist es per se kein Drama, sich als Band an ABBA zu orientieren und auch die Tatsache, daß ein gar nicht mal so geringer Teil der Sverige-Rockszene auf diese Pop-Ikone schwört, braucht erst gar nicht zu diskutiert werden. Dermaßen intensiv ist das Verlangen dem legendären Doppel-Zweier nachzueifern bislang bei HORISONT aber noch nicht aufgefallen. Daß speziell dadurch die Frage aufkommen wird, ob sich die Jungs nicht obendrein auch noch ein klein wenig von der Kollegenschaft von THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA inspirieren haben lassen, dürfte den Vierer nicht weiter kratzen.

Warum auch? Der zu erwartende Erfolgslauf wird aller Voraussicht nach fortgesetzt werden, auch wenn sich meine persönliche Begeisterung für »Sudden Death« in Grenzen hält!

http://www.horisontmusic.com/

gut 11


Walter Scheurer

 
HORISONT im Überblick:
HORISONT – Sudden Death (Rundling-Review von 2020)
HORISONT – Time Warriors (Rundling-Review von 2013)
HORISONT – News vom 10.06.2014
HORISONT – News vom 19.09.2021
Playlist: HORISONT-Album »Odyssey« in "Jahrescharts 2015" auf Platz 6 von Walter Scheurer
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