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SHADOW WITCH – Under The Shadow Of A Witch

ARGONAUTA RECORDS (Import)

Aus der Region Hudson Valley, NY stammt diese Formation, die sich 2015 gegründet hat. Das im Jahr darauf veröffentlichte Debut »Sun Killer« brachte der Truppe, in der sich zum Großteil gestandene Recken, die Erfahrung in unterschiedlichen Bands wie MURPHY'S LAW, HELLRIDE 102 oder COLD WAR SURVIVOR machen konnten, erstes, überaus positives Feedback seitens der Presse ein. Doch auch bei den Fans kam die Melange aus Doom und Stoner Rock, NWoBHM-Anleihen und diversen anderen Zutaten ganz gut an. Gigs im Vorprogramm von CORROSION OF CONFORMITY, MOTHERSHIP oder KING BUFFALO sollten den Namen SHADOW WITCH ebenso weiterhin bekannt machen wie das im Dezember 2017 aufgelegte zweite Album »Disciples Of The Crow«. Dieses sorgte auch dafür, daß man in Europa auf das Quartett aufmerksam wurde. So hat sich das italienische Spezialitätenlabel ARGONAUTA RECORDS der Belange der Herrschaften angenommen und sorgt nun für die Veröffentlichung des dritten Langeisens der Formation.

»Under The Shadow Of The Witch« wird von der feinen, im Endeffekt stilistisch aber nicht zwingend typischen Classic Rock-Abfahrt ›Spearfinger‹ eröffnet, in der die Band unmißverständlich zu erkennen gibt, daß sie die 70er Glanztaten von DEEP PURPLE nicht nur zu goutieren weiß, sondern offenbar auch verinnerlicht hat. Speziell Frontmann Earl Lundy liefert dabei eine Performance, die schwer an den jungen Ian Gillan denken läßt. Sein, der britischen Vokalikone nicht unähnliches Timbre ist auch im weiteren Verlauf der Spielzeit prägend, selbst wenn die Herrschaften nicht mehr dermaßen amtlich auf das Tempo drücken. Dadurch läßt sich mitunter gar das immer noch sträflich unterbewertete BLACK SABBATH-Album »Born Again« als Referenz anführen, wobei hinzugefügt werden muß, daß SHADOW WITCH doch wesentlich mehr auf Abwechslung bedacht ist und es vermeidet, Songs bloß mit typischen Iommi-Riffs auszustatten und diese minutenlang auszuwalzen.

Stattdessen setzt man mehrfach auf abgefahrenen Rhythmuswechsel, wobei nicht zuletzt die Routine der Musiker das Material aber davor bewahrt, zerfahren zu klingen. Der langjährigen Erfahrung des Vierers ist es wohl auch zuzuschreiben, daß etwa in ›6x6‹ der Wechsel vom eher an Grunge-Ikonen wie ALICE IN CHAINS gemahnenden, melancholischen Anfang hin zu einer puristischen Doom-Nummer aus der SABBATH-Schule perfekt gelingt. Dafür benötigt es technisches Können ebenso wie das entsprechende Gefühl für Atmosphäre. Beides ist bei SHADOW WITCH scheinbar reichlich vorhanden. Denn selbst sanftmütigere Töne konnten gut und geschmeidig ins Gesamtkonzept eingefügt werden. So etwa der in Richtung Americana tendierende Beginn von ›Fountain‹, den Earl im Alleingang an der Akustikgitarre bestreitet, bevor sich erneut die variantenreiche Vortragsweise der Band offenbart. Geht die Nummer in weiterer Folge doch in einen satten Southern Rocker über, der zudem von einer eleganten Slide-Gitarre unterfüttert wird. Cooler Abschluß!

In Summe entpuppt sich »Under The Shadow Of The Witch« demnach als gelungenes, überaus abwechslungsreiches Album, das zwar durchaus für die Doom/Stoner Rock-Fangemeinde von Interesse sein sollte, keineswegs aber ausschließlich für diese!

http://www.shadowwitchband.com/

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
SHADOW WITCH im Überblick:
SHADOW WITCH – Under The Shadow Of A Witch (Rundling-Review von 2020)
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