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WITCHES OF DOOM – Funeral Radio

MY KINGDOM MUSIC (Import)

Diese Hexen haben sich zwar erst 2013 zusammengetan, sind seitdem aber überaus emsig unterwegs. So hat der Vierer aus Rom sein inzwischen drittes Langeisen am Start und darüber hinaus längst auch einen guten Namen als Liveband. Nicht zuletzt, weil WITCHES OF DOOM schon mit dem ersten Album »Obey« auf ausgedehnte Tournee gegangen sind und so das Baltikum erobern konnten. Dort wurde auch die zusammen mit dem ehemaligen TYPE O NEGATIVE-Musiker Paul Bento aufgenommene Coverversion des U2-Klassikers ›New Years Day‹ mehr als nur wohlwollend in Empfang genommen, hierzulande dagegen blieb die Nummer, wie auch die Band selbst noch eher unbemerkt. Ein wenig Aufmerksamkeit gab es bei uns erst für die letzte Single, einer weiteren Coverversion. ›Love Will Tear Us Apart‹ von JOY DIVISION scheint den vier gestandenen Musikern offenbar wirklich viel zu bedeuten, denn auf ihrem aktuellen Dreher sind nicht nur Einflüsse dieser Band zu hören, man merkt generell, daß hier jemand in der Blütezeit des Gothic groß geworden ist.

Selbstredend aber auch mit Metal, konkret mit der "alten Schule" des Doom. Vor allem Gitarrist Federico Venditti läßt nämlich immer wieder mit Riffs aufhorchen, die schwer von Tony Iommi (allen voran im Opener ›Master Of Depression‹) inspiriert klingen. Ebenso zu vernehmen sind eine amtliche Dosis herber TYPE O NEGATIVE-Atmosphäre (nachzuhören unter anderem in ›Ghost Train‹) sowie vereinzelte Grunge-Versatzstücke, wobei es in erster Linie die melancholischen ALICE IN CHAINS-Kompositionen sind, die einem beim Hören von »Funeral Radio« durch den Kopf gehen. Als keineswegs unpassend erweist sich auch die Stimme von Danilo Piludu. Der "knödelt" zwar ab und zu ein wenig in Manier des jungen Keith Caputo, zumeist aber fällt er mit seiner vollmundigen wie emotionsgeladenen, dezent an Ian Astbury erinnernden Stimme positiv auf.

Soundtechnisch setzt man ebenso auf klassischen Dunkel-Sound und weiß die Gitarre mit feinen, aber durchweg auf düster getunten Synthesizer-Klängen zu unterfüttern. Zudem darf das Arbeitsgerät von Bassist Jacopo Cartelli immer wieder mal in den Vordergrund treten, besonders intensiv kommen seine regelrecht hypnotisch wirkenden Baßlinien im dramaturgisch spannend angelegten Titelsong zur Geltung. Gänsehaut pur! Dermaßen intensiv klingt zwar ›Queen Of Surburbia‹ nicht, dafür hat man damit einen Ohrwurm der Sonderklasse am Start, den man sich in etwa als imaginäre Kooperation von THE CULT, THE SISTERS OF MERCY und einer Doom Metal-Truppe vorstellen kann.

Gelungenes, dunkles Album der Italiener, das zwar fast wie aus der Zeit gefallen klingt, aber dennoch nicht nur für seinerzeit auf dunkel-düstere Klänge fixierte Zeitgenossen spannend sein sollte.

http://www.facebook.com/witchesofdoom

gut 11


Walter Scheurer

 
WITCHES OF DOOM im Überblick:
WITCHES OF DOOM – Funeral Radio (Rundling-Review von 2020)
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