UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 82 → Review-├ťberblick → Rundling-Review-├ťberblick → Al Di Meola – ┬╗Across The Universe┬ź-Review last update: 14.01.2021, 06:41:07  

last Index next

Al Di Meola – Across The Universe

E┬ĚA┬ĚR MUSIC/EDEL

Der New Yorker Virtuose scheint in den letzten Jahren mehrfach von der Muse gek├╝sst worden zu sein, denn sein Arbeits- und Ver├Âffentlichungspensum imponiert geh├Ârig. Seit seinem letzten Studioalbum ┬╗Opus┬ź sind n├Ąmlich noch keine zwei Jahre vergangen, ehe es erneut frischen Stoff von Al Di Meola zu h├Âren gibt. Da es zudem auch noch die Livescheibe ┬╗Elegant Gypsy & More┬ź zu beklatschen gab, darf seine Klientel wahrlich mehr als nur zufrieden sein. Welchen Genres auch immer sich diese vorwiegend zugeh├Ârig f├╝hlt, Rockmusik-Freunde kommen einmal mehr ebenso auf ihre Kosten wie Jazz-Puristen. Die werden unisono auch ┬╗Across The Universe┬ź goutieren, speziell dann, wenn sie obendrein auch noch das Werk und Wirken von THE BEATLES zu sch├Ątzen wissen.

Der US-amerikanische Saitenk├╝nstler hat sich ja bekannterma├čen schon mehrfach als Fan der "Fab Four" geoutet und setzt mit seinem aktuellen Album im Prinzip seine pers├Ânliche Verneigung vor dieser Institution der Popularmusik fort, die er 2013 mit ┬╗All Your Life (A Tribute To THE BEATLES)┬ź ver├Âffentlichungstechnisch begonnen hat. Wie es sich f├╝r den Gitarristen offenbar geziemt, handelt es sich bei den 14 Tracks jedoch nicht blo├č um Coverversionen der konventionellen Art. Viel eher hat man den Eindruck, Al h├Ątte die Songs zun├Ąchst in ihre Einzelteile zerlegt und sie erst, nachdem er diese auf seine ureigene Art und Weise interpretiert hat, wieder sorgsam zusammengeschraubt.

Dadurch l├Ą├čt sich f├╝r den nicht ganz so eingefleischten BEATLES-Fan mitunter nur noch erraten, welchen Track man eben h├Ârt. Das d├╝rfte Teil der Intention des K├╝nstlers gewesen sein, der ├╝brigens nicht nur sein angestammtes Instrument f├╝r die Aufnahmen bediente, sondern dar├╝ber hinaus auch f├╝r s├Ąmtliche Ba├č- und Keyboard-Spuren und vereinzelte Percussion-Passagen verantwortlich zeichnete. Doch nicht nur, was die Komposition selbst betrifft, hatte Mister Di Meola alles im Griff. Auch bei den Arrangements, die er ebenso f├╝r alle 14 Nummern erledigte wie die Produktion an sich.

Eigenwillige, strukturelle Spannungsaufbauten f├╝hren in Kombination mit seiner Improvisationskunst zwar mitunter zu explosiven Free-Jazz-Eruptionen, dennoch ist es im Endeffekt sehr wohl m├Âglich, den "Faden" zu behalten und die offenkundig ausgelebte, k├╝nstlerische Freiheit in einem gewissen Rahmen nachzuvollziehen.

Das funktioniert manchmal sogar ├╝berraschend einfach, wie etwa bei ÔÇ║Here Comes The SunÔÇ╣. Dabei hat man zwar durch die zig Gitarrenspuren eher den Eindruck, der Darbietung eines Ensembles zu lauschen, doch ansonsten ist Al verh├Ąltnism├Ą├čig nahe am Original geblieben. Diese geschmackvolle, aber dennoch verh├Ąltnism├Ą├čig unspektakul├Ąre Interpretation wird im Verlauf der Spielzeit von deutlich "freigeistigeren" Umsetzungen konterkariert.

Neben dem regelrecht klassisch anmutenden ÔÇ║Strawberry Fields ForeverÔÇ╣ sei diesbez├╝glich vor allem ÔÇ║Hey JudeÔÇ╣ erw├Ąhnt. Hierbei kommt man zun├Ąchst wahrhaftig ins Gr├╝beln, ob man sich nicht doch in der Tracklist vertan hat oder gar einem versteckten Bonustrack lauscht. Doch der K├╝nstler versteht es grandios, durch die Nummer zu geleiten. Schlie├člich entfaltet das bekannte, dezent und leise eingeflochtene Grundriff doch noch seine Wirkung in der eher wie eine Jazz-Jamsession (inklusive Akkordeon!) anmutenden Umsetzung. Im finalen ÔÇ║Octopus's GardenÔÇ╣ gibt es dann noch T├Âchterlein Ava zu h├Âren, die von Papa Al im Alter von drei Jahren beim Mitsingen des Originaltracks im Auto aufgenommen wurde. Nette Idee und zudem der Beweis, da├č Kunst beziehungsweise K├╝nstler keineswegs stocksteif sein m├╝ssen.

Kurzum, einmal mehr ein schwer beeindruckendes Album des Gro├čmeisters an der Gitarre, das selbst f├╝r Nicht-Musiker ein H├Ârerlebnis darstellt!

http://www.aldimeola.com/

beeindruckend 13


Walter Scheurer

 
Al Di Meola im ├ťberblick:
Al Di Meola – Across The Universe (Rundling)
Al Di Meola – Elegant Gypsy & More Live (Rundling)
Al Di Meola – Opus (Rundling)
┬ę 1989-2021 Underground Empire


last Index next

Alexi Laiho verstirbt zum Jahreswechsel 2020/2021. Mehr dazu in den...
Button: News