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Doyle Bramhall II – Shades

PROVOGUE/ROUGH TRADE

Der gute Mann scheint dermaßen beschĂ€ftigt zu sein, daß ihm fĂŒr das Aufnehmen eigener Scheiben schlichtweg zu wenig Zeit bleibt. Kein Wunder, hĂ€lt man sich vor Augen, daß Doug Bramhall in den vergangenen beiden Dekaden von GrĂ¶ĂŸen wie Gregg Allman, Johnny Hallyday und Eric Clapton als Gitarrist engagiert war. DarĂŒber hinaus konnte sich der Texaner auch als Produzent einen verdammt guten Namen machen, unter anderem darf er sich dafĂŒr rĂŒhmen, Sheryl Crow und der TEDESCHI TRUCKS BAND zu einem ansprechenden Sound verholfen zu haben. Seine Kompetenz als begnadeter Songschreiber scheint dadurch aber ein wenig unterzugehen.

Zwar sorgten seine ersten beiden Soloalben in den spĂ€ten 90er Jahren fĂŒr positive Presseresonanz, verkaufstechnisch ging jedoch nicht viel. Nicht zuletzt dadurch war sein Name hierzulande auch nur von geringer Bekanntheit. Erst als er uns 2016 mit »Rich Man« ein weiteres Werk kredenzte, nahm die Szene richtig Notiz von ihm, auch wenn er wohl auf ewig als der "zweite Gitarrist von Mr. Slowhand" bekannt bleiben wird.

Na ja, vielleicht geht ja doch noch was, denn mit »Shades« kredenzt er dieser Tage ein Album, auf dem ausschließlich sein entspanntes Gitarrenspiel und sein ebensolcher Gesang im Vordergrund stehen. Es mag durchaus einen Zusammenhang geben, weshalb er als Person im Vergleich zu vielen anderen der Branche eher unscheinbar wirkt, denn auch sein Vortrag kommt vorwiegend ruhig und besonnen aus den Boxen. Daher sind es auch die erst nach mehreren DurchlĂ€ufen zu bemerkenden Details in seinem Vortrag, die »Shades« zu einem ĂŒberaus bemerkenswerten Album machen. Dieses sorgt, soviel ist sicher, fĂŒr relaxten, aber dennoch kurzweiligen Hörgenuß.

Auch an Abwechslung mangelt es definitiv nicht. So geht es vom rockigen Blues (â€șHammer Ringâ€č) ĂŒber zeitgemĂ€ĂŸe R'n'B-Sounds (â€șEverything You Needâ€č, mit Eric Clapton als Gast) bis hin zur radiotauglichen Kuschelballade (â€șSearching For Loveâ€č mit der einmal mehr schlicht sensationellen Norah Jones als Duettpartnerin). Doch auch, daß er beherzt und dreckig in die Saiten langen kann, stellt Doyle unter Beweis.

Etwa im ganz offensichtlich dem Boogie seiner Heimat huldigenden â€șLive Foreverâ€č, oder dem Finale, in dem sich Doyle Bramhall und die TEDESCHI TRUCKS BAND an Bob Dylans â€șGoing Going Goneâ€č zur Brust nehmen und eine vergleichsweise deftige Version davon zum besten geben. Als Musiker hat sich Doyle Bramhall lĂ€ngst einen verdammt guten Ruf erspielt, als Songschreiber sollte er von jetzt endlich auch entsprechend gewĂŒrdigt werden!

https://www.db2music.com/

gut 11


Walter Scheurer

 
Doyle Bramhall II im Überblick:
Doyle Bramhall II – Shades (Rundling)
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