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Anthony Gomes-CD-Cover

Anthony Gomes

Peace, Love & Loud Guitars

(12-Song-CD: Preis unbekannt)

Seit gut zwanzig Jahren beliefert der kanadische Gitarrist und SĂ€nger mit portugiesischen Wurzeln die Blues-Rock-Gemeinde bereits mit gelungenen Veröffentlichungen. In Übersee zĂ€hlt der 49-JĂ€hrige daher seit geraumer Zeit auch zu den renommierten Namen seiner Zunft, in unseren Breiten dagegen ist der Name Anthony Gomes bei weitem noch nicht so bekannt. Daran konnten weder durchweg wohlwollende Pressestimmen auf seine frĂŒheren Scheiben, noch absolvierte Tourneen in Europa bislang etwas Ă€ndern.

Vielleicht klappt es ja mit dem neuen Album, das Anthony erneut mit seiner Band, zu der neben ihm als Gitarristen und SĂ€nger, ein Bassist, ein Perkussionist, ein Keyboarder und ein zweiter Gitarrist sowie drei BackgroundsĂ€ngerinnen zĂ€hlen. Letztgenannte sind zum ersten Mal im Opener â€șCome Downâ€č gefordert, schließlich veredelt der Chorgesang diesen Blues-Track mit einer feinen Gospel-Nuance. Das paßt nicht zuletzt deshalb perfekt, da der Bandchef die Nummer direkt an sein Idol B.B. King richtet und er sich den Großmeister vom Himmel zurĂŒck auf die Erde wĂŒnscht. Stilistisch lĂ€ĂŸt sich dabei allerdings auch die spĂ€te Blues-Phase von Gary Moore als Inspiration vernehmen. Offenbar hat der Kanadier eine Ă€hnliche Spieltechnik wie der unvergessene irische Meister. Im Umgang mit EinflĂŒssen zeigt sich Anthony generell sehr freizĂŒgig. Etwa im anschließenden â€șWhite Trash Princessâ€č, bei dem man sich von der Rhythmik her sofort an ZZ TOP erinnert fĂŒhlt. Wenig verwunderlich daher, daß der von ĂŒppigen Bottleneck-Passagen garnierte Groover â€șStealin' It From The Devilâ€č mit einer Huldigung an Robert Johnson aus den Boxen kommt.

Zwar sind auf »Peace, Love & Loud Guitars« ausnahmslos Eigenkompositionen am Start, fĂŒr die absolut radiotaugliche, gefĂŒhlvolle Ballade â€șTake Me Back Homeâ€č hat Mister Gomes aber doch auf fremde Hilfe beim Komponieren vertraut. Niemand geringerer als das ehemalige SURVIVOR-AushĂ€ngeschild Jim Peterik griff ihm dafĂŒr unter die Arme. Mit Erfolg, wie dieser Ohrwurm zu erkennen gibt. Und auch fĂŒr das entspannte â€șYou Are Amazingâ€č durfte auf einen Co-Komponisten gebaut werden. Der 2017 verstorbene US-Singer/Songwriter Mark Selby hat hier einen offenbar erheblichen Beitrag geleistet und kommt nun posthum gesondert zu Ehren.

Wie zu bemerken ist, mangelt es »Peace, Love & Loud Guitars« definitiv nicht an Abwechslung. Ebensowenig aber auch an Hingabe und Spielfreude, wie man Anthony Gomes auch noch attestieren muß, in seinen Texten etwas mitzuteilen zu haben. Seine rauhe, rauchige Stimme und das verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig dunkle Timbre lassen diverse vertonte Anekdoten (etwa das von einem locker-lĂ€ssigen Boogie getragene â€șYour Mama Wants To Do Me (And Your Daddy Wants To Do Me In)â€č, oder auch das mit Slide-Gitarren und einer gehörigen Dosis Southern Rock um die Ecke biegende â€șThe Whiskey Made Me Do Itâ€č) nicht nur ansprechend, sondern auch authentisch klingen.

https://www.anthonygomes.com/

ein leider immer noch unterschÀtzter Meister seines Fachs


Walter Scheurer

 
Anthony Gomes im Überblick:
Anthony Gomes – Peace, Love & Loud Guitars (Do It Yourself)
© 1989-2019 Underground Empire



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