UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 75 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → EARTH FLIGHT – Â»Riverdragons & Elephant Dreams«-Review last update: 01.08.2021, 21:02:04  

last Index next

EARTH FLIGHT – Riverdragons & Elephant Dreams

SUPREME CHAOS RECORDS/CARGO

Sieben Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Daher darf man durchaus die Frage stellen, was zur Hölle denn im Lager dieser NĂŒrnberger los gewesen ist, ehe die Formation ihren Fans endlich den heißersehnten Nachfolger zum gefeierten »Blue Hour Confessions« aufzutischen vermochte. Offenbar eine ganze Menge, denn schon der erste Eindruck von »Riverdragons & Elephant Dreams« macht deutlich, daß sich musikalisch bei EARTH FLIGHT vieles verĂ€ndert hat. Und das sogar in einem Ausmaß, durch das selbst ein Neustart unter anderem Namen nicht wirklich verwundert hĂ€tte. Inwiefern diese VerĂ€nderung daran liegt, daß von der ursprĂŒnglichen Besetzung nur noch SĂ€nger Tobias Brunner und Bassist Benjamin MĂŒller mit dabei sind, lĂ€ĂŸt sich zwar nur schwer eruieren, dĂŒrfte aber sehr wohl in einem direkten Zusammenhang stehen, schließlich ist die Musik der Franken inzwischen meilenweit von der ursprĂŒnglichen Machart entfernt.

Doch selbst, wenn EARTH FLIGHT mit jener epischen angelegten Doom-Version, die zu Beginn der Bandexistenz (zur Erinnerung: EARTH FLIGHT geht auf einen alten PENTAGRAM-Song zurĂŒck) regelrecht zelebriert wurde, nichts mehr am Hut haben mögen, so ist auf Anhieb festzustellen, daß hinsichtlich der IntensitĂ€t des aktuellen Materials alles beim alten geblieben ist. Ebenso, daß die bereits auf »Blue Hour Confessions« zu bemerkende Abkehr vom ursprĂŒnglichen, puristischen Lava-Sound eine sehr konsequente Fortsetzung findet.

Auch die Hingabe und Spielfreude der Jungs sind erhaltengeblieben, wie man auch Tobias einmal mehr anmerkt, daß er bei der Darbietung der Texte förmlich sein Seelenleben offenbart. Welch' ein GĂ€nsehautvortrag!

Als mindestens ebenso essentiell fĂŒr den Wohlklang dieser Scheibe erweist sich aber auch die Gitarrenarbeit von Benjamin Rodigas. Der scheint ganz offensichtlich ein AnhĂ€nger von David Gilmour zu sein und versteht es immer wieder, mit seinem ArbeitsgerĂ€t den Zuhörer förmlich zu entschweben zu lassen. Nicht zuletzt dadurch kann man auch feststellen, daß sich EARTH FLIGHT nunmehr wesentlich stĂ€rker an PINK FLOYD orientieren als an BLACK SABBATH. Wobei hinzuzufĂŒgen ist, daß sich die Jungs aber auch keineswegs ausschließlich an jenen Rockikonen orientiert haben.

Überhaupt nicht, schließlich sind immer wieder auch mehr als nur dezente MARILLION-Anleihen herauszuhören, wie auch atmosphĂ€rische Post Rock-VersatzstĂŒcke und tonnenschwere Psychedelik zu vernehmen gibt. FĂŒr das BravourstĂŒck, aus der vorhandenen FĂŒlle an Ideen (spĂ€testens dadurch wirkt die lange Veröffentlichungspause von EARTH FLIGHT absolut legitim!) nicht nur Songs, sondern ein in sich stimmiges Album zu kreieren, gebĂŒhrt der Band schon mal gehörig Applaus. Und dafĂŒr, daß »Riverdragons & Elephant Dreams« - selbst, wenn dem Teil an sich kein gesondertes Konzept zu Grunde liegt - nicht nur wie aus einem Guß klingt, sondern als ebenso wunderschönes wie packendes Kunstwerk zu bezeichnen ist, das seine komplette Tiefenwirkung erst so richtig entfaltet, wenn man sich das Teil am StĂŒck zu GemĂŒte fĂŒhrt, gibt es gesondertes Extralob!

http://www.earth-flight.de/

super 14


Walter Scheurer

 
EARTH FLIGHT (neue Besetzung) im Überblick:
EARTH FLIGHT – Riverdragons & Elephant Dreams (Rundling)
EARTH FLIGHT – ONLINE EMPIRE 27-"Rising United"-Artikel
EARTH FLIGHT – News vom 12.10.2007
EARTH FLIGHT – News vom 30.07.2009
© 1989-2021 Underground Empire


last Index next

Eines der von Euch meistgelesenen Reviews im letzten Quartal (Platz 6):
Button: hier