UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 76 → Review-Überblick → Do It Yourself-Review-Überblick → DIVINE ERA – »Scripture Codes Summon Suicidal Thoughts«-Review last update: 04.12.2022, 22:09:47  

last Index next

DIVINE ERA

Scripture Codes Summon Suicidal Thoughts

(11-Song-CD: 10,- US-Dollar)

Hinter diesem hierzulande noch unbekannten Bandnamen verbirgt sich der japanische Musiker Daisuke "Die" Wachi, der offenbar in seiner Vergangenheit unter anderem auch schon mit Mandy Lion bei dessen Projekt WWIII mit dabei war. Seit mehr als einer Dekade verläßt sich der Kerl jedoch nur noch auf sich selbst und hat für die bisherigen Veröffentlichungen (eine EP, ein Langeisen und eine Single) unter dem Banner DIVINIE ERA mit Ausnahme der Schlagzeugspuren (die zu einem Teil von Studiodrummern, zum anderen von einem Computer stammen) alles im Alleingang erledigt.

Das ist auch bei »Scripture Codes Summon Suicidal Thoughts« ähnlich, genauer gesagt hat der in L.A. ansässige Multi-Instrumentalist die Scheibe auch im Alleingang aufgenommen und produziert und lediglich den Mix an einen japanischen Kollegen weitergegeben. Was die Songs betrifft, merkt man dem Kerl eine gewaltige Affinität zu US-Sounds auf Anhieb an, wobei es vorwiegend PANTERA sein dürften, die ihn zu Riffs inspirieren. Dadurch kommt die Scheibe auch von der Gitarre dominiert und knallhart aus den Boxen, überrascht dabei jedoch mit einem ausgewogenen Klangbild, bei dem auch der Rest wohldosiert produziert wurde.

Gute Idee, zumal es nicht großartig auffällt, daß hier offenbar der berühmt-berüchtigte "Angelo Sasso" die Drums bedient. Dadurch bleiben sogar die auf ultra-brutal getrimmten und von zahlreichen in den Extreme-Bereich tendierenden Passagen aufgefetteten Tracks einigermaßen genießbar. Allerdings wäre es durchaus wünschenswert gewesen, wenn Daisuke es doch auch mal mit einer netten Melodie versucht hätte. Aufgrund seines Könnens an der Sechssaitigen dürfte das an sich ja kein Problem darstellen.

Doch Daisuke scheint mehr daran gelegen zu haben, seine Aggressionen komplett loszuwerden, weshalb er gesangstechnisch offenbar bemüht war, noch eine Schippe draufzulegen. Dadurch klingt dieses Album in Summe auch alles andere als freundlich, wobei das an sich auch noch kein Problem darstellt. Da es der gute Mann mitunter mit seinem Gebrüll aber leider dermaßen übertreibt, geht im Endeffekt auch der Hörgenuß flöten. Das ist insofern schade, da »Scripture Codes Summon Suicidal Thoughts« an sich wirklich gelungene Song- und Riffideen beinhaltet.

http://www.divineera.com/

Aggressionstherapie?


Walter Scheurer

 
DIVINE ERA im Überblick:
DIVINE ERA – Scripture Codes Summon Suicidal Thoughts (Do It Yourself-Review von 2018)
© 1989-2022 Underground Empire



last Index next

Stop This War! Support The Victims.
Button: here