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  UE-Home → History → Online Empire 70 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → KEPLER TEN – »Delta-V«-Review last update: 22.01.2023, 19:09:57  

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KEPLER TEN – Delta-V

WHITE STAR RECORDS (Import)

Ein unbeschriebenes Blättchen ist nicht nur diese Band, auch WHITE STAR RECORDS sind neu im Geschäft. Eine ungefähre Ahnung, was auf einen zukommt erhält man jedoch, wenn man weiß, daß sich hinter dem Label John Mitchell verbirgt. Der ist nämlich als Mastermind von IT BITES ein Begriff und hat zudem auch als Bandmitglied von Prog-Heroen wie ARENA, KINO und FROST* schon x-fach auf sich aufmerksam machen können. Nicht weiter erstaunlich also, daß KEPLER TEN dem ProgRock in eher "traditioneller" Version frönt und auf vorwiegend ausladende Epen - sieben Songs in 50 Minuten - setzt.

Handwerklich erweist sich das Trio dabei über jeglichen Zweifel erhaben und auch was das Songwriting betrifft, klingt die Scheibe durchaus ausgereift. Irgendwie auch logisch, denn die drei Musiker - James Durand (Vocals, Baß, Keyboards), Steve Hales (Drums, Piano) und Richie Cahill (Gitarre) - verfügen allesamt über reichlich Erfahrung im Business (Steve etwa hat mit Steve Grimmet bei LIONSHEART gearbeitet) und sind wohl nicht zuletzt durch ihre gemeinsame RUSH-Tribute-Band R 2 überaus versiert an den Arbeitsgeräten.

An Ideen für vorliegendes Debut hat es dennoch nicht gemangelt, schließlich vergeht die Spielzeit förmlich wie im Flug, und man muß sogar einige Extra-Durchläufe einplanen, um die Fülle an Details für sich entdecken zu können. Sperrig ist die Chose aber keineswegs, vielmehr ist es so, daß KEPLER TEN ein ausgeprägtes Feingefühl für Spannungsaufbauten besitzt und dadurch selbst ein experimentell eingeleitetes Stück wie ›The Shallows‹ (das übrigens spätere GENESIS in Erinnerung ruft) in Windeseile Ohrwurmcharakter offenbart.

Der Melodik wurde generell ein höherer Stellenwert anberaumt als der Technik. Nachzuhören nicht zuletzt im nach 80er YES klingenden Hook-Monster ›Time And Tide‹ sowie dem Finale ›Red Skies Rise‹, das zwar durch diverse Sprachsamples aufgefettet wurde und dadurch ein gewisses Hörspiel-Flair versprüht, an sich aber eine von der Basis her locker-flockige, hart intonierte Rocknummer mit einprägsamen Refrain ist.

Kurz, ein überaus gelungenes Debut, das auch den Labelchef, der auch für den Mix zuständig gewesen ist, stolz machen wird.

https://www.keplerten.com/

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
KEPLER TEN im Überblick:
KEPLER TEN – Delta-V (Rundling-Review von 2017 aus Online Empire 70)
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