UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 70 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → STONEHEAD (D) – »Inner Demons«-Review last update: 18.06.2022, 10:01:29  

last Index next

STONEHEAD (D) – Inner Demons

KICK THE FLAME/BROKEN SILENCE

Nicht zuletzt durch Liveshows im Vorprogramm von Größen wie CROWBAR oder ORANGE GOBLIN konnte sich STONEHEAD längst einen guten Namen machen. Aber auch die bisherigen Veröffentlichungen der Dresdener fanden Anklang, weshalb die Truppe inzwischen auf ein beeindruckendes Gefolge blicken kann.

Der nun vorliegende, zweite Longplayer wird diesen Trend locker fortsetzen können, zumal das Quartett auf »Inner Demons« ein Gebräu aufzutischen versteht, das in seiner Gesamtheit vor allem durch seine Diversität überzeugt, auch wenn es einer gewissen Eingewöhnungsphase bedarf, um sich wohlzufühlen.

Gewöhnungsbedürftig ist aber keineswegs die Musik selbst, sondern vielmehr die Herangehensweise von STONEHEAD. Einen Album-Opener ›The End‹ zu nennen, kann man ja als Ironie durchgehen lassen, damit aber zugleich vom Hörer gut zwölf Minuten Aufmerksamkeit zu verlangen, zeugt jedoch von Mut und gehörigem Selbstbewußtsein. So etwas kann nämlich durchaus auch verursachen, daß so mancher Zeitgenosse vorschnell das Interesse an STONEHEAD verliert.

Selbst schuld, kann man da nur sagen, denn die Nummer erweist sich als überaus kurzweilig und weiß vor allem, durch ihre Atmosphäre zu gefallen, die auf einem locker-lässigen Blues-Unterbau ausgebreitet wird. Keine Ahnung, aus welchen Beweggründen dieses Epos an den Anfang gestellt wurde, Tatsache ist jedenfalls, daß die folgenden zehn Tracks wesentlich kürzer ausgefallen sind.

Und das, obwohl das Vortragstempo in Folge mehrfach unterschritten wird und STONEHEAD unter Beweis stellen, daß sie Doom und Stoner Rock aus dem Effeff beherrschen und auf intensive Manier darbieten.

Aber auch abgefahrenen Space und Psychedelic Rock, satte Desert-Rock-Riffs sowie Heavy Rock in typischer 70er Machart gibt es zu hören. Von letzterem lebt unter anderem der cool groovende Ohrwurm ›The Last Drink‹, der vermuten läßt, daß sich Sänger Nobbi während der Aufnahmen das eine oder andere Getränk genehmigt hat. Derart "authentisch" versoffen klingt sein Vortrag ansonsten nämlich nicht. Im Gegenteil, der Kerl versteht, sein rauhes Timbre akzentuiert einzusetzen und kann mit seiner dezent rauchigen Stimme sowie seiner professionellen Darbietung für ein hohes Maß an Eigenständigkeit sorgen. Für eben diese muß man STONEHEAD generell Tribut zollen, nicht zuletzt aufgrund ihrer eigensinnig anmutenden, jedoch durchweg überzeugenden Vielschichtigkeit. Respekt!

http://www.stonehead-rocks.de/

gut 11


Walter Scheurer

 
STONEHEAD (D) im Überblick:
STONEHEAD (D) – Dead Leaf (Do It Yourself-Review von 2010)
STONEHEAD (D) – Inner Demons (Rundling-Review von 2017)
© 1989-2022 Underground Empire


last Index next

Stop This War! Support The Victims.
Button: here