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HEARTACHE (I) – Skyscrapers And Firefalls

SLIPTRICK RECORDS (Import)

Mit ihrer Debut-EP »Apophis« konnte diese Band vor knapp fünf Jahren quasi aus dem Stand heraus für Aufsehen sorgen, war diese doch ein vierteiliges Mini-Konzeptalbum mit dem Mythos der Pandora als Thema und beinhaltete so ganz "nebenbei" auch noch einen gewagten wie gelungenen Parforceritt quer durch die ProgRock-Historie. Die Erwartungshaltung an die Italiener war im Vorfeld daher dementsprechend groß, die Vorlaufzeit für die Scheibe ebenso. Alles kein Thema, das erste Langeisen der Römer überragt den überaus gelungenen Erstling nämlich und hat sogar noch mehr zu bieten als man erwarten durfte.

Ihren Weg hat die Formation offenbar beibehalten, denn neben der erneut vielschichtigen Mucke ist auch »Skyscrapers And Firefalls« ein Konzeptalbum geworden. Dieses fällt zunächst dadurch positiv auf, daß die Story leicht nachvollziehbar und strukturiert ist und man sich von Beginn an in die Lage des Titelhelden hineinversetzen kann. Gedacht als Sinnbild unserer Zeit, weilt der Protagonist mehr oder weniger sozial isoliert und wird zudem als Gefangener in einer irrealen Computerwelt dargestellt. Seine Verzweiflung wird dabei ebenso elegant in Musik umgesetzt wie jene Hoffnungsschimmer, an die er sich klammert, um doch immer wieder in die ihn umgebende Realität zurückzukehren.

Stilistisch gibt es also erneut ProgRock und Metal in variantenreicher Darbietung zu hören, und eben diesen beherrscht HEARTACHE mittlerweile in jeglicher Art und Weise. Zwar sind in den heftigeren, von Matteo Palladini an der Gitarre dominierten Tracks durchaus Größen wie DREAM THEATER oder auch SYMPHONY X als Inspiration herauszuhören, nicht zuletzt durch die aufgrund der Story entstandene Atmosphäre weist die Chose aber dennoch ausreichend Eigenständigkeit auf.

Das trifft auch auf jene Nummern zu, in denen es deutlich ruhiger und mit immer wieder zu vernehmenden Anleihen bei MARILLION (wenn es eher traditionell und "old school"-progig zur Sache geht) oder TESSERACT (die lockere Entspanntheit und die daraus resultierende Atmosphäre von »Skyscrapers And Firefalls« kommt »Polaris« verdammt nahe) zugeht. Als überaus talentiert entpuppt sich auch Sänger Thomas Gabriele. Der Kerl verfügt nicht nur über ein markantes Organ, mit dem er in sämtlichen Nuancen von hart bis zart brilliert, Thomas beeindruckt auch mit seiner Ausdruckskraft, die vor allem den emotionsgeladenen Nummern das Sahnehäubchen aufzusetzen weiß.

Gesondert hervorzuheben gilt es diesbezüglich das unglaublich entspannte, von fast schon meditativen Percussions geprägte ›Round Canvas‹, mit dem die Burschen der Klientel wohl sogar die Wartezeit auf das kommende TOOL-Werk einigermaßen versüßen können. Prog-Liebhaber sollten sich diese Band notieren!

http://www.facebook.com/heartacheprog/

beeindruckend 13


Walter Scheurer

 
HEARTACHE (I) im Überblick:
HEARTACHE (I) – Skyscrapers And Firefalls (Rundling-Review von 2016)
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Unser Coverkünstler von Ausgabe 52 war Joerg Warda. Die zugehörige Homepage findet Ihr
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