RAGE (D) – The Devil Strikes Again
NUCLEAR BLAST RECORDS/EAST WEST
Die Zahl jener, die befürchtet hatten, der gute, alte (T'Schuldigung) Peavy würde es sich nach dem Auseinanderbrechen der letzten Besetzung im Februar 2015 sowie den durchaus erfolgreichen Gigs unter dem Banner REFUGE zusammen mit seinen ehemaligen Mitstreitern, die Reißleine ziehen und das Kapitel RAGE für immer beenden, war nicht gerade gering.
Doch eben jene sollten sich getäuscht haben, denn Herr Wagner ist nun mal nicht nur ein Szene-Urgestein, sondern obendrein auch eine Kämpfernatur, und daher dauerte es nicht einmal lange, ehe er mit dem Gitarristen Marcos Rodriguez und dem Schlagzeuger Vassilios "Lucky" Maniatopoulos zwei neue Bandmitglieder präsentierten konnte. Die beiden verfügen selbst über langjährige Business-Erfahrung ("Lucky" zählt als Mitglied von TRI-STATE CORNER mehr oder weniger sogar zum erweiterten "Stamm") und scheinen zudem überaus motivierte Zeitgenossen zu sein, denn das Trio lieferte binnen weniger Monate auf der vorab als Single ausgekoppelten ›My Way‹ einen ersten Vorgeschmack darauf, was auf die eingeschworenen Fans der Band zukommen würde.
Besagter, überaus positiver Eindruck konnte nicht nur gehalten werden, im Endeffekt läßt sich festhalten, daß sich die Band abermals in Hochform befindet. Der Großteil der Tracks hat etwas von einer Zeitreise in die frühen 90er Jahre, ohne dabei auch nur ansatzweise altbacken zu klingen. Im Gegenteil, man muß - bei allem Respekt vor der musikalischen Klasse eines Viktor Smolski - festhalten, daß die erneut zu vernehmende, technisch schlicht reduzierter angelegte Melange einfach besser zu RAGE, vor allem aber besser zum Gesangsvortrag von Peavy paßt.
Daher sind es auf »The Devil Strikes Back Again« (ob sich Peavy da etwa selbst gemeint hat?) auch nicht etwaige Finessen, die das Album zu einem Leckerbissen machen, sondern schlicht und ergreifend die immense Anzahl an Hooks, einprägsamen Melodien und auf Anhieb ins Gedächtnis einfräsende Refrains.
Mit dem fetzigen Titeltrack, dem etwas verhalteneren ›The Final Curtain‹, dem in bewährter »Black In Mind« groovenden ›Ocean Full Of Tears‹ sowie dem sensationellen, von dezent orientalisch anmutenden Gitarrenmelodien durchzogenen Nackenbrecher ›The Dark Side Of The Sun‹ enthält der Dreher mehrere Exemplare, von denen jeder alteingesessene RAGE-Fan auf Anhieb begeistert sein wird.
Logisch, denn genau so muß RAGE klingen!
super | 14 |