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POEM (GR) – Skein Syndrome

VICISOLUM PRODUCTIONS (Import)

Als POEM vor einiger Zeit als einer der Supportacts der kommenden AMORPHIS-Tournee bestätigt wurde, dürfte die Band allein damit das Interesse jener Zeitgenossen, denen die Band bis dato noch gar nichts gesagt hat, auf sich gezogen haben. Prog-Spezialisten dagegen werden bereits vor längerer Zeit auf die Musik der Griechen aufmerksam geworden sein, denn die Truppe existiert an sich schon seit gut zehn Jahren.

Ihr 2008er Debut »The Great Secret Show« wurde zudem von der Presse gehörig mit Lorbeeren versehen, so war unter anderem davon die Rede, daß POEM "das beste griechische Debut seit dem Millenniumswechsel" vorgelegt hätten. Es folgte jede Menge an Support-Shows, unter anderem für stilistisch völlig unpassend erscheinende Größen wie Ozzy oder ROTTING CHRIST, aber auch solche mit in ähnlichen Gewässern schippernden Formationen vom Schlage PAIN OF SALVATION. Rechtzeitig zur eingangs erwähnten Tournee kommt nun das zweiten Langeisen in die Läden,und dieses sollte dem Quartett Giorgos Prokopiou (v, g), Laurence Bergström (g), Stratos Chaidos (b) und Stavros Rigos (d) vor ihrer Gastspielreise durch Mitteleuropa einen gewaltigen Schub an Bekanntheit verabreichen können.

Auf »Skein Syndrome« kredenzt der Vierer nämlich ausnahmslos tiefschürfendes Material, das trotz unterschiedlicher Heftigkeitsgrade und Vortragsintensität - quasi als gemeinsamer Nenner - der Wohlfühl-Kategorie zuzuordnen ist. POEM machen zwar erst gar kein Hehl aus diversen Inspirationsquellen, da diese jedoch von TOOL und LEPROUS über ANATHEMA und KATATONIA bis hin zu Steve Wilson und PORCUPINE TREE reichen, und die genannten Acts dermaßen unterschiedlich klingende Musik fabrizieren, sollte man den Hellenen diesen Umstand zubilligen. Auch, weil man der Instrumentalfraktion ohnehin anhören kann, daß sie wohl durchaus auch in frickeligere Gefilde abdriften könnte, dies jedoch zugunsten der Atmosphäre der einzelnen Songs sowie dem inneren Zusammenhalt des Albums als Gesamtkunstwerk unterläßt. Keineswegs verzichtet wird bei POEM dagegen auf den Transport von Emotionen, wobei vor allem das zu tiefst berührende ›Weakness‹ hervorzuheben ist, das wohl selbst den härtesten Rocker aufreiben und mitnehmen wird.

Die Vorstellung bleibt bis zum Ende hin aufwühlend und ergreifend, wobei aber selbst in den härtesten, mitunter gar von, wenn auch eher dezenten, Growlen unterlegten Passagen das gefühlsbetonte Moment überwiegt. Emotionalität ist generell als Essenz dieser Scheibe auszumachen, wobei noch hinzuzufügen ist, daß POEM mitunter von zart auf hart und retour sogar innerhalb einer einzigen Nummer zu changieren imstande sind und dennoch nie ins Straucheln geraten.

http://www.poemband.com/

beeindruckend 13


Walter Scheurer

 
POEM (GR) im Überblick:
POEM (GR) – Skein Syndrome (Rundling-Review von 2016)
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