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Eric Bell – Exile

OF THE EDGE/CARGO

Als Gründungsmitglied von THIN LIZZY sowie (Mit-)Komponist einiger der bedeutendsten Frühwerke der irischen Rockmusik-Geschichte, ist Eric Bell längst zu einer Legende geworden. Heutzutage darf er unter anderem darauf stolz sein, daß selbst der englische Premierminister sein Oeuvre zu schätzen weiß und immer wieder gerne auf seine Songs zur Erholung und Stärkung zurückgreift. Kann gut sein, daß der gute Mann momentan verdammt viel von Eric konsumieren muß, um tagtäglich auf Vordermann zu kommen.

So gesehen kommt das brandneue Studioalbum des 1973 bei LIZZY ausgestiegenen Gitarristen wohl zum optimalen Zeitpunkt. Da in den letzten Jahren relativ wenig von Mister Bell zu vernehmen war, dürfte es aber nicht nur besagtem Politiker große Freude bereiten, endlich wieder - genauer gesagt zum ersten Mal seit 2009, als »Lonely Nights In London« aufgelegt wurde - frisches Material von diesem Künstler vernehmen zu dürfen. "Frisch" scheint in der Tat der treffende Begriff, denn »Exile« erweist sich keineswegs als Werk eines nur noch relativ wenig motiviert aufgeigenden, alternden Musikers. Noch nicht einmal Altersmilde kann man vernehmen, denn der Gitarrist versteht seine tief im traditionellen Blues-Rock verwurzelten Kompositionen mit jugendlich-euphorischer Hingabe, zugleich aber mit einem Tiefgang zu servieren wie das nur routinierte Alleskönner wie ein Walter Trout schaffen.

Seine Verbundenheit zur traditionellen Gangart äußert sich aber auch in der Herangehensweise der Aufnahmen. So schwört Eric immer noch auf Vorproduktionen am heimischen 4-Track-Recorder. Diese wiederum läßt er, solange es eben nötig ist, reifen, und erst dann darf die Chose von einem Soundengineer weiter bearbeitet werden. Ein gewisses Maß an Spontaneität bleibt dadurch ebenso erhalten, wie eine Punktlandung der Nummer in Herz und Seele des Zuhörers.

Wie es sich für ein solches Album geradezu geziemt, sind auch die lyrischen Themen entsprechend tiefgründig und sehr persönlich gehalten. Geprägt von Selbstreflexion sowie dem Aufarbeiten persönlicher Geschehnisse wie dem Vaterwerden, läßt uns Eric zum Schluß seine Gedanken an seinen schmerzlich vermißten Kollegen Gary Moore vernehmen. Mit dieser wahrlich aufwühlenden und berührenden Geschichte beendet Eric Bell ein Album, das zwar sehr wohl von melancholischen Momenten und Nachdenklichkeit geprägt ist, auf der anderen Seite aber immer wieder seine pure Lebensfreude und die Hingabe des Musikers zu erkennen gibt. Respekt!

http://www.eric-bell.com/

contact@eric-bell.com

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
Eric Bell im Überblick:
Eric Bell – Exile (Rundling-Review von 2016 aus Online Empire 66)
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