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LIGHTNING (J) – Road To Ninja

SONIC REVOLUTION/SOULFOOD

Die Herren rund um Akira Takasaki haben erst in diesem Sommer eindrucksvoll bewiesen, daß mit ihnen immer noch zu rechnen ist und daß LOUDNESS zu recht als das Aushängeschild der japanischen Szene angesehen wird. Von anderen Metalbands war in der letzten Zeit allerdings nur wenig bis gar nichts zu vernehmen, zumindest nicht von für Fans traditioneller Sounds relevanter.

Mit LIGHTNING wird nun endlich wieder einmal eine Formation dieser Ecke aus dem Land der aufgehenden Sonne bei uns vorstellig, von einer Newcomer-Band kann aber dennoch keine Rede sein, da die Truppe an sich bereits seit über zehn Jahren besteht und in dieser Zeit auch schon fünf Langeisen aufgenommen hat. Der Bekanntheitsgrad des Fünfers aus Tokio sollte sich nun einigermaßen ändern, denn man hat endlich einen Vertriebspartner in Europa gefunden und dieser legt mit »Road To Ninja« eine Compilation auf, die das Interesse der Fans an den Japanern wecken soll.

Wer jetzt Klänge im Stile von LOUDNESS oder anderen, einst bei uns zumindest einigermaßen bekannten Formationen wie ANTHEM oder EARTHSHAKER erwartet, dürfte allerdings ein wenig enttäuscht sein. Mit Ausnahme des unverkennbaren Akzents erinnert bei diesen Burschen nämlich kaum etwas an die genannten Referenzen. Viel eher scheinen es jene fernöstlichen Bands zu sein, an denen sich LIGHTNING orientiert, deren Anliegen es war (und wohl auch immer noch ist), dem typisch europäischen - oder etwas genauer gesagt, jenem mit Ursprung in Hamburg - Metal zu frönen und diesen mit einer amtlichen neoklassizistischer Schlagseite und dezent progressiver Ausrichtung abzuliefern.

Wer sich also immer noch an Bands wie CONCERTO MOON oder DOUBLE DEALER erfreut, dürfte auch mit LIGHTNING sein Glück finden, wobei hinzugefügt werden muß, daß sich die Gitarristen im Vergleich weniger an Yngwie Malmsteen und dessen klassischen Darbietungen, sondern vielmehr an "zeitgenössischen" Frickel-Königen wie der DRAGONFORCE-Klampfen-Abteilung orientieren.

Ihre Sache machen die beiden Sechssaiten-Künstler mit Sicherheit auch nicht übel, ihre Songs dagegen klingen in Summe nur bedingt spannend. So hat man zwar sehr wohl Melodien im Talon, mit Hooks dagegen wurde extrem sparsam umgegangen, weshalb die Nummern weder auf Anhieb hängen, noch längerfristig in Erinnerung bleiben. Ausgenommen davon ist allerdings das Finale in Form der japanischen Version von ›Raise The Sun‹, das mit seinem exotisch anmutenden Gesamteindruck punkten kann und an fast schon vergessene Tage erinnert.

http://www.ironchino.jp/

ordentlich 9


Walter Scheurer

 
LIGHTNING (J) im Überblick:
LIGHTNING (J) – Road To Ninja (Rundling-Review von 2015)
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