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KEN MODE – Success

SEASON OF MIST/SOULFOOD

Formationen aus Kanada haftet seit Jahrzehnten eine gewisse Eigenwilligkeit an. Das mag zwar nach Vorurteil klingen, wurde aber unter anderen von RUSH, VOIVOD oder auch ANVIL immer wieder mit unterschiedlichem Erfolg unter Beweis gestellt. Einhergehend mit dieser "Verschrobenheit" ist bei all diesen Formationen aber ein hohes Maß an Eigenständigkeit zu erkennen, ein weiteres Qualitätsmerkmal von Rockmusik aus der Heimat des amtierenden Eishockey-Weltmeisters.

Auch die aus Winnipeg stammenden Burschen von KEN MODE erweisen sich in mehrfacher Weise als "landestypisch" und kredenzen auf ihrem neuesten Dreher ein kunterbuntes Sammelsurium an unterschiedlichsten Klängen. Die Diversität des Klangbildes des Trios ist schon im lässig-groovenden Opener ›Blessed‹ zu erkennen, in dem Nu Metal-Dynamik von Blasinstrumenten (!) konterkariert wird. Wenig verwunderlich, daß die Chose in Summe ziemlich schräg und verworren daherkommt. Deutlich eingängiger zeigt man sich im geradlinigen, dafür aber eher unspektakulären Indie/Alternative-Rocker ›These Tight Jeans‹, ehe das verkopfte ›The Owl‹ vom Gesamteindruck eher an experimentierfreudige FAITH NO MORE zu deren schrillster Phase denken läßt. Im weiteren Verlauf der Spielzeit lassen sich zudem diverse andere 90er Heroen wie die MELVINS oder auch NIRVANA sowie diverse andere Früh-90er-Ikonen als Inspirationen heraushören, wie man auch das Soundkorsett von Steve Albini durchaus jener Epoche zuordnen könnte.

"Mischpoke" ist hier definitiv Programm, wobei diese auf den ersten Eindruck hin ausschließlich schräg und schwerverdaulich daherkommt, bei genauerer Betrachtung jedoch sehr wohl zeigt, daß die Jungs ihren Tracks auch eine gesunde Portion an Gefühl verabreicht wurden und der Dreier auch ein gutes Gespür dafür hat, selbst die allerschrillsten Ideen effektiv umzusetzen.

Definitiv übertrieben wird jedoch im Finale ›Dead Actors‹, das trotz sieben Minuten Spielzeit eher nach einer "Visionssuche" im Proberaum klingt, wobei sich diese zu besagtem Zeitpunkt längst verabschiedet haben dürften...

Das trübt den Gesamteindruck zwar doch ein wenig, ändert aber nichts am Umstand, es mit einer überaus eigenständig agierenden und für Ideen jeglicher Weise offenen Formation zu tut zu haben, deren Material jedoch erst einmal für sich aufgeschlossen werden muß.

http://www.ken-mode.com/

ordentlich 8


Walter Scheurer

 
KEN MODE im Überblick:
KEN MODE – Success (Rundling-Review von 2015)
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