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LORD DYING – Poisoned Altars

RELAPSE/ROUGH TRADE

Leicht machen es einem diese Herrschaften aus Portland, Oregon nicht. Nicht nur, daß man ihrem harsch intonierten Brachialsound mitunter nur sehr schwer folgen kann, es ist zudem auf Dauer auch nicht wirklich angenehm, dem musikalischen Treiben dieser Gesellen zu lauschen. Auch stilistisch tut man sich hinsichtlich einer Zuordnung schwer, doch das wäre kein Problem, zumal sich zumindest der Begriff "heavy" auf Anhieb als zutreffend erweist. Diesem wird man vor allem durch die gitarrentechnisch deftige Straßenwalzen-Gangart gerecht, wenn auch auf wirklich prägnante Riffs verzichtet wird. Einige lässige Breaks und entspannte Grooves lassen darüber hinaus auch an 90er-Alternative Metal-Sounds denken, zu denen die deftige "Kriech-Variante" im Stile diversen Helden aus den Sümpfen der US-Südstaaten gut paßt, die dem Album zusätzliche Vielfalt und Abwechslung verabreicht.

Allerdings muß sehr wohl auch hinzugefügt werden, daß dieses Stilkonglomerat dennoch zu wünschen übrig läßt, denn eingängig ist »Poisoned Altars« auch auf lange Sicht wahrlich nicht. Dabei wären die Voraussetzungen dafür durchaus gegeben, denn das Quartett versteht es, sowohl durch Rhythmus- als auch durch Tempowechsel für Spannung zu sorgen, wie man auch mit - wenn auch sehr sparsam dosierten - feinen Melodien Kontrapunkte zu setzen versteht und die Geschichte auch handwerklich absolut in Ordnung geht.

Neben dem Mangel an Eingängigkeit ist es vor allem, der so gar nichts zum Thema "Abwechslungsreichtum" beitragende "Sänger" Erik Olson, der den Genuß dieses Albums erheblich schmälert, da es auf Dauer einfach nur mühsam ist, dem permanent giftig-aggressiven Beitrag dieses Burschen zu lauschen, der wie eine Mischung aus einem aufgebrachten Wachhund und einem irritierten Wildschwein klingt. Schade.

http://www.facebook.com/lorddying

annehmbar 6


Walter Scheurer

 
LORD DYING im Überblick:
LORD DYING – Poisoned Altars (Rundling-Review von 2015)
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