UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 61 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → DESPAIRATION – Â»New World Obscurity«-Review last update: 26.02.2021, 07:51:10  

last Index next

DESPAIRATION – New World Obscurity

WINTER SOLITUDE PRODUCTIONS

Ihr kennt das berĂŒhmte Sprichwort, das besagt, daß "gut Ding Weile braucht". FĂŒr »New World Obscurity« beispielsweise trifft dieses sicherlich zu, auch wenn mir ehrlich gesagt zunĂ€chst eher "unverhofft kommt oft" in den Sinn gekommen ist, als erste Information zu einem neuen Werk von DESPAIRATION durchsickerten, da ich das Unternehmen lĂ€ngst im "Musik-Nirwana" wĂ€hnte. Doch dem ist nicht so, lediglich Keyboarder Christian Beyer verabschiedete sich aus dem Line-up und wurde nicht nachbesetzt. Daraus lĂ€ĂŸt sich nicht nur erahnen, sondern durchaus auch erklĂ€ren, was sich am Soundkorsett verĂ€ndert hat.

Allen voran ĂŒberrascht der HĂ€rtegrad, denn speziell in diesem Punkt hat das Trio Sascha Blach (v), Martin F. Jungkunz (g, b), Jens Reinhold (d), das in den letzten Jahren alles andere als untĂ€tig war und im Prinzip fast 36 Monate damit verbracht hat, vorliegendes Teil zu erarbeiten, einiges nachgelegt. Auf »New World Obscurity« erweist sich die Formation zunĂ€chst von Anfang an als perfekt eingespieltes Team, denn der Dreier funktioniert offenbar in dieser Konstellation sehr gut. DarĂŒber hinaus hat man aber offenbar zuletzt die Power von rollenden Grooves fĂŒr sich entdeckt, denn diese waren bis dato noch nicht in dieser Form und noch weniger in dieser HĂ€ufigkeit im Soundkorsett von DESPAIRATION vorhanden.

Logisch zwar, daß durch die Absenz des Tastenzauberers das Klangbild "schroffer" erscheint, ĂŒberraschend ist daran jedoch, daß der Vortrag an sich nichts von seiner Eleganz eingebĂŒĂŸt. Zwar lĂ€ĂŸt sich immer noch nicht wirklich exakt zuordnenden, ob die Band nun doch eher dem konventionellen Rock angehört, oder doch zur Alternative-Ecke gezĂ€hlt werden will, das spielt aber gar keine Rolle, zumal die Burschen diese kĂŒnstlerische Freiheit ganz offenkundig genießen und in jedem Song angenehm "anders", aber dennoch eindeutig als sie selbst zu vernehmen sind.

Bemerkenswert ist auch die Form, in der hier vorgetragen wird, denn das von sozialkritischen Texten geprĂ€gte und mit einem in Eigenregie ausgetĂŒftelten, harschen Sound ausgestattete »New World Obscurity« wirkt in sich homogen, obwohl roher US-Ur-Punk sowie 90er Jahre-Crossover, aber auch Momente, die an modernen Stadionrock erinnern, zu vernehmen sind.

Als Fazit lĂ€ĂŸt sich also festhalten, daß der reduzierte Sound dieser Formation verdammt gut zu Gesicht steht und man DESPAIRATION nur die Daumen drĂŒcken kann, daß auch ihre eingeschworenen Fans damit leben können.

http://www.despairation.com/

gut 10


Walter Scheurer

 
DESPAIRATION im Überblick:
DESPAIRATION – Music For The Night (Rundling)
DESPAIRATION – New World Obscurity (Rundling)
© 1989-2021 Underground Empire


last Index next

Bands! Interested in a review? Send your promopackage containing CD and info to the editorial office. Adress & infos
Button: hier