UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 49 → Review-Überblick → Re-Release-Review-Überblick → Thunderstick – »Echoes From The Analogue Asylum«-Review last update: 30.08.2018, 23:11:00  

last Index next

Thunderstick – Echoes From The Analogue Asylum

HEAVEN AND HELL RECORDS (Import)

Dieser Mann ist schlicht und ergreifend eine Legende, schließlich hat Barry Graham Purkis, wie Thunderstick mit bürgerlichem Namen heißt, die NWoBHM entscheidend mitgeprägt. Aber nicht nur seine Optik (Ledermaske, Sado-Maso-Outfit) ging in die Geschichtsbücher ein, auch sein musikalischer Werdegang darf keineswegs ignoriert werden. Auch wenn sein Mitwirken bei IRON MAIDEN nur ein kurzes war und dabei keinerlei Vermächtnis für die Nachwelt entsprungen ist, kann er die späterer Heroes als Referenz angeben und hat zudem in dieser Phase mit Clive Burr Platz getauscht, um fortan mit SAMSON loszulegen. Bei der besagten Truppe rund um den verblichenen, unvergessenen Gitarristen Paul Samson blieb er als Drummer auch nur für einige Zeit, diese jedoch war und ist von historischer Bedeutung.

Im Nachhinein betrachtet stellen jene Jahre mit Sicherheit die essentiellste Phase dieser Band überhaupt dar, wurden mit den Alben »Surviors«, »Head On« und »Shock Tactics« doch ausschließlich Klassiker des harten Rocks aufgenommen und veröffentlicht. Daß auf den beiden letzteren zudem noch ein gewisser Bruce Bruce am Mikro zu vernehmen war, der in späterer Folge als einer der allergrößten Sänger der gesamten Rockmusik in die Annalen eingehen sollte, ist da nur Beiwerk. Wie auch immer, der schlagzeugspielende Maskenmann kehrte SAMSON jedenfalls bald den Rücken zu, um sich seiner Solokarriere zu widmen und kredenzte der Musikwelt im Jahr 1983 das THUNDERSTICK-Debut, eine EP mit dem Titel »Feel Like Rock And Roll«, sowie im Jahr darauf ein Langeisen namens »Beauty And The Beasts«. Beide Werke haben etwas Programmatisches an sich, denn beim Konsum der EP stellt sich (fast schon logischerweise, führt man sich das Entstehungsjahr zu Gemüte) sofort das Gefühl ein, einfach mitrocken zu müssen, während das Album klarmacht, daß man seiner Zeit voraus war, denn wie nicht anders zu erwarten, legten die Burschen rund um Barry mit einer Sängerin los (auch wenn der Begriff "Beauty And The Beast" erst lange Jahre danach für abwechselnde Gesänge in Verwendung kommen sollte). Interessant zu erwähnen ist für mich auch der Umstand, daß die Band mit einem Horror-Image und Verkleidungen agierte (deren Inspiration vom frühen Alice Cooper wie auch aus der "Rocky Horror Picture Show" stammt), was ganz offensichtlich Nachwirkung auf unterschiedlichste Formationen ausgeübt hat. So vermeine ich, selbst bei SLIPKNOT (wenn auch nur indirekt) die Ideen des Herrn Purkis erneut zu sehen zu bekommen. Was die Musik selbst betrifft, kann man schlicht und ergreifend die Hard Rock-Seite der NWoBHM als Referenz anführen - als direkter Vergleich paßt wohl am ehesten, daß die Chose mitunter wie eine weniger hart rockende Ausgabe von GIRLSCHOOL klingt. Der Gesang selbst hingegen läßt mich eher an "zeitgemäße" Bands wie BLOOD CEREMONY und Konsorten denken, da die Stimme von Jodee Valentine, die übrigens in späterer Folge zur Ehefrau des Masterminds werden sollte, etwas Erhabenes vermittelt und für Gänsehaut ohne Ende sorgt.

Gut zu wissen, daß man sich an diesen beiden Werken, denen es wahrlich gebührt, gehört zu werden, nun in soundtechnisch überarbeiteter Form laben kann. Nicht minder lobenswert übrigens der Umstand, daß mit Bonusmaterial nicht gegeizt wurde und der Interessent somit ein "Rundum-Wohlfühl-Paket" erhält, dem wohl nur noch eine Maske als Gimmick fehlt.

http://www.thunderstick.co.uk/


Walter Scheurer


››››› weitere Artikel über ›››››

last Index next

Impressum, Haftungsausschluß, Datenschutzerklärung
Button: hier