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DORIAN OPERA – Crusade 1212

SOLEMNITY MUSIC

"Welcome to the Opera!" ist mein erster Gedanke. Ein kurzer Blick auf die Website der Band beeindruckt mich. Die Musiker sind vom Feinsten. So liest man vom Staatstheater Karlsruhe und der Landesphilharmonie Rheinland-Pfalz, vom Deutschen Rock & Pop Preis für den besten Keyboarder/Instrumentalsolist usw. usw. Beste Voraussetzungen also, und ich lausche gebannt der Ouvertüre: Synthesizer-Chöre möchten dramatische Stimmung verbreiten, bevor eine doch ziemlich bemüht klingende Stimme die Geschichte einleitet. Schade, daß man hier anscheinend keinen Native Speaker ans Mikrophon bat. Die Ouvertüre ist - wie es sich für eine richtige Oper gehört - eine Aneinanderreihung von Versatzstücken. Mir gefällt's nicht, aber man muß ein solches Stück eher im Gesamtkontext sehen. ›Soldier Of Fortune‹ drückt aufs Gas und soll gefällig und leicht wirken, legt im Refrain auch noch etwas zu, aber der Gesang von Sven the Axe ist für meine Ohren zu drucklos und macht das Lied trotz guter Leistung der Instrumente, durchschnittlich. Mich irritiert zudem der leicht unsynchrone Chorgesang. Das soll wohl so sein, wirkt aber zerfahren und nimmt so noch zusätzlich Power aus diesen Passagen. Selbiges Problem habe ich auch bei ›Sermon In Saint-Denis‹. Zum Glück übernimmt Alexandra Goess den Hauptteil der Vocals und wird nur im Refrain vom neuen Sänger unterstützt. Der Song ist insgesamt gelungen und kommt heavier daher, mit guten Melodien und interessanter Solopassage. Mit einer sehr schönen Instrumentaleinleitung begrüßt uns ›Follow Your Heart‹, bevor Frau Goess mit bezaubernder Stimme die Geschichte dieses Konzeptalbums weiterspinnt. Mit über neun Minuten ist es das längste Stück der CD mit ausgiebiger, sehr proglastiger Solopassage. Man muß dem Können der Musiker absoluten Respekt zollen. Diesen Song kann ich mir durchaus auf einer großen Musicalbühne vorstellen. Beim folgenden Instrumentalstück "Crusade" wird dagegen wieder kräftig gegen den Strich gebürstet. Treibend, druckvoll, heavy und sehr interessant.

Halbzeit und Gelegenheit ein paar Worte über die Story zu verlieren. »Crusade 1212« basiert auf einem wahren Ereignis aus dem besagten Jahr. Damals unternahmen mehrere Tausende (die Zahl schwankt zwischen 7.000 und 25.000) französischer und deutscher Kinder einen sogenannten Kinderkreuzzug in Richtung Heiliges Land, welches jedoch nie erreicht wurde. Der Kreuzzug zerfiel, und ein Teil der Kinder geriet in die Sklaverei. Passend zur dramatischen Geschichte folgt mit ›Two Hearts‹ eine intensive Ballade im Cinemascope-Format, bevor bei ›Harbour Of Marseilles‹ wieder heftigst die Prog-Keule geschwungen wird. Leider verdirbt mir der Chor mal wieder die Freude, und auch Sven the Axe trägt mit seinem Sprechgesang-Part ein weiteres Mal zu meinem Unbill bei. Auch musikalisch wird's mir langsam anstrengend. Ähnlich ist es mit ›Carthago‹, bei dem die Gefrickel-Gäule endgültig durchgehen. Ich frage mich auch, warum dieses Lied ausgeblendet wird. ›So Long‹ leitet den Abschluß ein. Der Kreuzzug zerfällt, und man darf nochmal einmal auf Breitwand große Gefühle erleben, bevor ein eher durchschnittliches ›Hope‹ die Geschichte beschließt.

DORIAN OPERA haben die Operation Konzeptalbum/Rockoper/Prog-Musical durchaus befriedigend umgesetzt und decken stilistisch ein weites Feld ab. Jedoch überlagern die Prog-Elemente den Rest, und insbesondere die Keyboardpassagen sind mir auf Dauer zu anstrengend. Zudem ist der Gesang von Sven the Axe überhaupt nicht mein Ding und bedeutet leider weiteren Punktabzug. Soundtechnisch gibt's nix zu mäkeln, die Instrumentalisten und Alexandra Goess am Mikrophon sind top. ›Sermon In Saint-Denis‹, ›Follow Your Heart‹, ›Crusade‹ und ›Two Hearts‹ sind meine Tips, der Rest fällt dagegen ab, und so reicht es für das Gesamtwerk nur für 8 Punkte.

http://www.dorian-opera.de/

ordentlich 8


Thomas Heyer

 
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