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TRANSPORT LEAGUE – Kaiserschnitt

MIGHTY MUSIC/SPV

Seit dem gefeierten Comeback »Boogie From Hell« sind zwar erst acht Jahre vergangen, TRANSPORT LEAGUE offerieren aber dennoch das bereits vierte Langeisen seit der Rückkehr in die Szene. Die Konstanz ist wirklich bemerkenswert, denn dem Veröffentlichungsintervall von zwei Jahren hat offenbar selbst das Virus nichts anhaben können.

Doch nicht nur daran scheint die seit jeher von Frontmann Tony Julien Jelencovich geführte Formation festgehalten zu haben, auch stilistisch ist sich die Truppe gewissermaßen treugeblieben. Genauer gesagt haben die Schweden scheinbar wieder auf ihren ursprünglich eingeschlagenen Weg zurückgefunden, was zuletzt auf »A Million Volt Scream« nicht mehr ganz so eindeutig zu erkennen gewesen ist.

Das dürfte vor allem bei alteingesessenen Fans der Band für Freude sorgen, denn der "höllische Boogie" der Frühzeit, der zuletzt ein wenig mehr ins Hintertreffen gerückt war, ist auf »Kaiserschnitt« wieder wesentlich präsenter als auf dem Vorgänger.

Mitunter hat man aber dennoch den Eindruck, der für eine nicht aus dem deutschsprachigen Raum stammende Band ungewöhnlich anmutende Titel, wäre symptomatisch für den Entstehungsprozeß gewesen.

Einige der Songs erwecken nämlich irgendwie den Eindruck, man wollte diesem mit aller Kraft zwingende Momente verabreichen, um die eigentliche Sperrigkeit ein wenig zu mildern. Das äußert sich mehrfach in Form von ungewöhnlich brutalen und aggressiv intonierten Passagen. Der Titelsong und das generell etwas verquer wirkende ›Death Klinik‹ seien hierfür exemplarisch erwähnt.

Doch dafür gibt es eine Erklärung. Da auch TRANSPORT LEAGUE, trotz ihres offenbar perfekten Zeitplans, nicht von der Pandemie verschont geblieben sind, und das Studio anstelle des Tourbusses zum Hauptwohnsitz wurde, hat der Vierer seinen angestauten Frust über die Situation wohl in diese Songs integriert.

Von daher ist es nur allzu logisch, daß dem einige Jahre zuvor noch locker-lässig aus den Boxen geröhrten »Boogie Fron Hell« einige derbe Kanten und Ecken verabreicht wurden. Die ergeben zusammen mit den mittlerweile wieder weniger vorhandenen Industrial-Einsprengseln eben einen nicht unbedingt geschmeidigen "Flow", sondern verlangen dem Hörer einiges ab. Durchaus nachvollziehbar also der Titel, denn ein "Kaiserschnitt" wurde ja ursprünglich nur dann durchgeführt, wenn der Geburtsvorgang nicht ohne Komplikationen über die Bühne gehen hätte können.

Doch wie schon erwähnt, sind die eher weniger zugänglichen Tracks eher die Ausnahme. Denen wurden nämlich eine ganze Menge, auf Anhieb Nacken und Tanzbein animierende Groove-Geräte, wie der zackige Opener ›Atomic‹, das mit dezenter Grunge-Melancholie unterzogene ›Me The Cursed‹, sowie der zukünftige Live-Vollabriß ›Sound‹ gegenübergestellt. Damit sollte die Fanbase definitiv zufrieden sein, falls nicht, hilft auf jeden Fall auch das mit Unterstützung von A PALE HORSE NAMED DEATH-Oberhaupt Sal Abruscato eingetrümmerte ›March, Kiss, Die‹, das nach einer fröhlichen Jam-Groove-Session der Schweden mit Rob Zombie, CLUTCH und CHANNEL ZERO klingt, und selbst nicht mehr ganz so juvenile Kniegelenke in akuten Springmodus versetzt.

http://www.facebook.com/transportleague

beeindruckend 12


Walter Scheurer

 
TRANSPORT LEAGUE im Überblick:
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