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  UE-Home → History → Online Empire 81 → Review-Überblick → Rundling-Review-Überblick → BOMBUS – »Vulture Culture«-Review last update: 22.01.2023, 19:09:57  

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BOMBUS – Vulture Culture

CENTURY MEDIA RECORDS/SONY MUSIC

Vor drei Jahren zeigten diese Schweden auf »Repeat Until Death« einen gewaltigen Entwicklungsschritt. Schließlich klang ihr Gebräu stringenter und abgefahrener denn je. Außerdem stellte die Truppe unter Beweis, wie gewieft man knarzigen Heavy Rock gleichermaßen eingängig und räudig offerieren kann. Damit wußten BOMBUS auch live zu gefallen. Etwa, beim "Nova Rock"-Festival, wo die Sverige-Boys auf der "Red Bull Stage" zwischen all den wesentlich "zeitgeistiger" agierenden Truppen für einen Farbtupfer auf traditioneller Basis sorgen konnten.

In dieser Tonart dürfte es auch weitergehen, denn auch auf dem vor kurzer Zeit veröffentlichten, vierten Langeisen läßt das Quintett ein gehöriges Maß an Weiterentwicklung erkennen, allerdings auf Kosten der Räudigkeit. Das mag so manchen langjährigen Anhänger der Formation vielleicht ein wenig irritieren (nicht zuletzt weil die MOTÖRHEAD-Reminiszenzen nunmehr deutlich abgenommen haben), auf der anderen Seite haben BOMBUS ihre stilistische Bandbreite auf gewisse Weise ebenso erweitert wie sich wohl auch ihre Klientel ab sofort als breiter aufgestellt darstellen wird.

Überraschenderweise hat die Truppe, in der seit dem Einstieg von Gitarrist Simon Solomon zwei ehemalige WITCHCRAFT-Musiker aktiv sind, anstelle dessen hymnische Ansätze (nachzuhören unter anderem im Opener ›A Ladder - Not A Shovel‹) in ihr Klangbild integriert, und zudem wurde vermehrt auf Hooks Wert gelegt. In den eher verhalten vorgetragenen Passagen umschwebt dadurch ein Hauch der frühen GHOST das Material. Das mag nach Kalkül klingen, scheint aber eher als Ironie gedacht zu sein, denn daß speziell jener Track mit den intensivsten Querverweisen an die "Hipster" den Titel ›Mama‹ bekommen hat, dürfte kein Zufall sein.

Daß bei BOMBUS der Entertainment-Faktor generell eine große Rolle spielt, beweist aber nicht nur die Vortragsgestaltung (mitunter wird innerhalb eines Songs von harschen, gen Thrash gebürsteten Riffs auf bombastischen - oder nennt man das bei dieser Band dann "bombustisch"? - Melodic Metal gewechselt und in weiterer Folge geradlinig in bekannter Machart gerockt, ohne auch nur ansatzweise den Faden zu verlieren, oder gar fahrig zu klingen!) und auch so manche Textzeile, sondern nicht auch die optische Gestaltung von »Vulture Culture«.

Engstirnige Zeitgenossen mögen der Band aufgrund der Kurskorrektur in Richtung "gemäßigter" Gefilde zwar "Verrat" andichten, am Umstand, daß BOMBUS ihr bislang unterhaltsamstes Album veröffentlicht haben, auf dem sich mehrere potentielle Hits befinden, ändert das aber nichts!

http://www.bombusmusic.com/

gut 11


Walter Scheurer

 
BOMBUS im Überblick:
BOMBUS – Vulture Culture (Rundling-Review von 2019 aus Online Empire 81)
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