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Marcus King – El Dorado

FANTASY RECORDS/UNIVERSAL

Trotz seiner Jugend (der Bursche ist noch keine 25 Jahre alt!) hat sich der aus South Carolina stammende Marcus King bereits einen guten Ruf in der US-Blues/Rock-Szene erspielen können. Die drei zusammen mit seiner Band eingespielten Alben enterten allesamt die US-Blues-Charts, und auch die Gigs der Formation fanden gehörigen Zuspruch. Mit dem 2018er Werk »Carolina Confession« konnte sich die MARCUS KING BAND aber auch hierzulande einen Namen machen. Nicht zuletzt, weil darauf zu erkennen war, daß der junge Mann und seine Kollegenschaft ihren beseelt vorgetragenen Southern Rock (den sie mit viel Gefühl und auf mitreißende Weise vortragen, um nicht mißverstanden zu werden!) um zahlreiche weitere Facetten erweitert haben und dadurch auch eine weniger einschlägig orientierte Zielgruppe erreichen konnten.

Stilistisch noch breiter aufgestellt und zudem mit mehr Feingefühl und Tiefgang zeigt sich Marcus in den Tracks seines ersten Soloalbums »El Dorado«. Dieser Titel darf durchaus als Programm für alle Liebhaber von Soul- und Gospel-getränktem Americana-Sound verstanden werden, denn eben jene werden nicht nur sprichwörtlich ihr "Goldland" mit diesem Album finden.

Seine ohnehin schon sehr emotionsgeladene Stimme kommt in den ruhigen, teilweise auch ins Jazzige abdriftenden Nummern schlicht grandios zur Geltung und wurde wohl ganz bewußt auch bei der Produktion in den Vordergrund gerückt. Diese stammt von niemand Geringerem als Dan Auerbach, der im "Easy Eye Studio" in Nashville nicht nur seine bewährten Hände an die Regler legte, sondern auch seine Beziehungen spielen hat lassen und eine ganze Armada an renommierten Musikern ins Studio lotste. Unter anderem sind die berühmten "Memphis Boys" Gene "Bubba" Chrisman (d) und Bobby Woods (k) auf »El Dorado« zu hören. Doch bei allem Respekt für deren Biographie sei hinzugefügt, daß die Songs an sich auf die Kappe des Jungspunds gehen und er sein Talent mehr als beeindruckend unter Beweis stellt.

Schon der selbsterklärende Opener ›Young Man Dream‹ weiß den Zuhörer zu packen und nimmt ihn mit auf einen ansprechenden wie unterhaltsamen, musikalischen Trip. Auf diesem stellt Marcus zwar auch seine Rock-Roots zur Schau, noch mehr imponiert er aber durch seine emotionsgeladenen Tracks, die zentimeterdicke Gänsehaut entstehen lassen, etwa das Soul-getränkte ›Wildflowers & Wine‹ oder die Piano-Ballade ›Beautiful Stranger‹.

Wie bekannt Marcus bei uns und in den Staaten werden wird, ist zwar nicht vorherzusagen, mit der Country-getünchten Southern-Rock-Hymne ›Too Much Whiskey‹ sollte er sich aber problemlos in die Herzen aller Fans von THE ALLMAN BROTHERS, THE OUTLAWS und LYNYRD SKYNYRD spielen können. Und davon gibt es hüben wie drüben bekanntermaßen nicht gerade wenige...

http://www.marcuskingband.com/

beeindruckend 13


Walter Scheurer

 
Marcus King im Überblick:
Marcus King – El Dorado (Rundling-Review von 2020)
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