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Max Cavalera
Roots, Karma, Chaos - Mein Leben mit SEPULTURA und SOULFLY: Die offizielle Autobiographie von Max Cavalera mit Joel McIver
( I.P. VERLAG, ISBN: 978-3940822055 )

Vor einiger Zeit schon in portugiesischer Sprache erschienen, haben sich die Macher des rĂŒhrigen IRON PAGES-Verlags den unter anderem auch fĂŒr das ROCK HARD tĂ€tigen Journalisten Andreas Schiffmann geschnappt, um nach einer englischsprachigen Variante nun auch eine deutschsprachige Version der im Original unter dem Titel "My Bloody Roots" erhĂ€ltlichen Biographie des bekanntesten aller brasilianischen Metaller aufzulegen.

Der anno 1969 als Massimiliano Antonio Cavalera geborene Max legt darin eine Art Lebensbeichte ab, auf der wir ihn als Leser auf mehr als 200 Seiten begleiten dĂŒrfen. Der bis heute als SĂ€nger und Gitarrist in seinen Formationen tĂ€tige Max zeigt sich dabei sprichwörtlich als "offenes Buch" und lĂ€ĂŸt uns sowohl Details aus seiner behĂŒteten Kindheit erfahren, wie er uns auch - aufs tiefste erschĂŒtternd - zu verstehen gibt, wie der unerwartete Tod seines Vaters das Leben der Cavaleras, insbesondere jedoch seines, auf den Kopf gestellt hat. Ebenso ehrlich und schonungslos legt er in Folge auch noch diverse andere Band- und Familieninterna offen und macht selbst aus seiner (Alkohol- beziehungsweise Drogen-) Sucht kein Hehl.

Logischerweise steht aber dennoch die Musik im Vordergrund. Doch es gibt nicht nur retrospektiv jede Menge Informationen zum Aufstieg von SEPULTURA zu lesen, es werden auch bis dato kaum bekannte, spannende Details zutagegefördert und zudem eventuell bereits vergessene wieder in Erinnerung gerufen. Beispielsweise die Tatsache, daß die aufstrebende Formation ihren ersten Gig auf europĂ€ischem Boden als Support von SODOM im legendĂ€ren Wiener "Rockhaus" (R.I.P.!) geben durfte. Selbstredend geht Max aber auch auf die Entstehung sĂ€mtlicher Alben (von »Morbid Visions« bis »Roots«) genauestens ein und widmet auch seinem ersten "Nebenschauplatz" NAILBOMB einige Seiten.

Ein wenig kurz gerĂ€t zwar das Kapitel seines Ausstiegs bei SEPULTURA, um so intensiver dafĂŒr wirkt die Aufarbeitung seiner Beziehung zu seiner Frau Gloria. Fein auch, daß Max offenlegt, daß ihm seine Familie immer schon ungemein wichtig gewesen ist. Man kann förmlich mitfĂŒhlen, wie sehr ihn die Trennung von seinem Bruder Igor betroffen gemacht hat, von diversen TodesfĂ€llen in der nahen Verwandtschaft ganz zu schweigen.

Wem es bis dato noch nicht bewußt war, der wird spĂ€testens nach dem Lesegenuss dieses Schmökers erkennen, daß es sich bei Max Cavalera zwar sehr wohl um einen absolut musikbesessenen, aber dennoch immerzu Mensch geblieben Zeitgenossen handelt. Als Quintessenz dieser locker und beseelt geschriebenen (wenn auch vom Lektorat ein wenig schlampig umgesetzten) Biographie lĂ€ĂŸt sich herausdestillieren, daß Max alle seine "Baustellen" - egal ob SEPULTURA oder in spĂ€terer Folge SOULFLY beziehungsweise CAVALERA CONSPIRACY - mit absoluter Hingabe und ohne Kompromisse betreibt. Daran wird sich auch in Zukunft nichts Ă€ndern, wie er zuletzt auch bei KILLER BE KILLED bewiesen hat.


Walter Scheurer

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