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Nikki Sixx
Leben heißt Leiden: Fotografie. Musik. Kunst
( IRON PAGES RECORDS, ISBN: 978-3931624736 )

Trotz des eher durchwachsenen Echos, das dem MÖTLEY CRÜE-Bassisten und SIXX: A.M.-Oberhaupt für sein erstes Buch "The Heroin Diaries" entgegenschwappte, hat sich der gute Mann nicht entmutigen lassen und ist - völlig unabhängig vom weiteren Verbleib seiner Stammband - abermals als Autor aktiv gewesen, wenn man auch hinzufügen muß, daß sich der gute Mann nunmehr als vielseitiger Künstler verstanden wissen will. Nachvollziehbar, schließlich paßt der Untertitel "Fotografie. Musik. Kunst" perfekt zum vorliegenden, imposant aufgemachten Schmöker aus dem Hause IRON PAGES. Wobei speziell die Tatsache, daß Nikki nun endlich auch fernab von jeglicher musikalischer Betätigung als künstlerisch kreativer Mensch wahrgenommen werden möchte, schon beim ersten, kurzen Durchblättern augenscheinlich wird, da es seine Photographien sind, die den Löwenanteil der insgesamt 224 Seiten ausmachen.

Diese werden von unzähligen Portraits des Künstlers konterkariert, wodurch der optische Aspekt des Gesamtpaktes "Buch" als imposant zu bezeichnen ist, was selbstredend auch den Herausgebern für die elegant umgesetzte, sehr edel aufgemachte, gebundene Ausgabe zuzuschreiben ist. Hinzugefügt werden muß allerdings auch, daß ein Teil der Photos des Herrn Sixx eventuell polarisieren werden, speziell, wenn es um Themen wie "Ästhetik" und "Schönheit" geht.

Damit allerdings stellt der gute Nikki seinen Anspruch auf "künstlerische Freiheit" ebenso sicher, wie auch seine kompromißlose Art und Weise, für die man ihn seit Jahren schon bei CRÜE schätzt (oder eben nicht...), zudem untermauert der die Tatsache, daß Geschmack eben nichts mit Objektivität zu tun hat.

Doch nicht nur der optische Eindruck wirkt zunächst ein wenig irritierend, weil scheinbar "desorientiert", auch die Texte dieses Werkes lassen auf den ersten Eindruck hin eher an "Stückwerk" denken als an eine durchgehende Geschichte. Dennoch erhält der Leser gegen Ende einen "roten Faden". Dieser scheint zwar zunächst nicht zu erkennen zu sein, kann jedoch sehr bald quasi "erfühlt" werden. Spätestens dann wird man sich darüber im Klaren sein, daß der geschriebene Anteil dieses Werkes, der aus Texten (und Zitaten) sowohl von MÖTLEY CRÜE wie auch von SIXX: A.M.), diversen Tour-Anekdoten, vorwiegend jedoch aus sehr persönlichen Beiträgen des Autors zusammengesetzt ist, nur in Verbindung mit den Bildern so richtig Sinn ergibt. Doch speziell die autobiographischen Passagen lassen dieses Buch sehr wohl zu einem in sich stimmigen Gesamtbild werden, auch weil der Leser einen sehr tiefschürfenden Einblick in das Seelenleben des Nikki Sixx erhält. Daraus resultiert auch ein im Endeffekt aufwühlendes (wie auch kurzweiliges und völlig unvorhersehbares) Lesevergnügen, selbst wenn ich das hübsche Stück zu Beginn noch eher als sehr heterogenes, keineswegs leicht zu erfassendes "Kunstwerk" betrachtet hatte.

Durch "Leben heißt Leiden: Fotografie. Musik. Kunst" wird der ehemalige "Bad Boy" nun wohl endgültig als "Künstler" im eigentlichen Sinne bezeichnet werden wird und obendrein läßt sich auch nachvollziehen, daß aus diesem "Lümmel" nach all seinen Erfahrungen (und die waren, wie wir wissen, nicht immer nur positiver Natur) fernab von jeglichem "Rockstar"-Klischee ein geläuterter, gereifter Mann geworden ist.

Fazit: lesens- und auch sehenswertes Teil!

http://www.facebook.com/nikkisixxofficial


Walter Scheurer

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