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Andreas Rohde
George Harrison solo - Eine musikalische Biographie
( VERLAG NICOLE SCHMENK, ISBN: 978-3-943022-14-8 )

Ganz ehrlich: Ich bin weder ein Experte in Sachen THE BEATLES, noch war ich irgendwann mal im Laufe meiner musikalischen Evolution und Sozialisierung wirklich Anhänger der Band oder ihrer einzelnen Mitglieder. Wahrscheinlich (auch wenn es für viele Zeitgenossen unvorstellbar erscheint...) bin ich in diesem Fall einfach zu jung und kann nicht mit der Tom Angelripper besungenen "Gnade der frühen Geburt" dienen. Und wohl gerade aus dieser daraus resultierenden unterschiedlichen Distanz ist es für mich immer wieder spannend, etwas über Bands zu erfahren, die "vor meiner Zeit" oder außerhalb meines "Radars" aufgespielt haben.

Info- und Wissenslücken jeglicher Art zum Thema George Harrison als Solokünstler dürfte wohl dieser 448 Seiten fette Schmöker schließen können, hat sich doch der Autor auf unglaublich penible Weise an die Chose herangewagt und sämtliche Veröffentlichungen von 1967 bis zu Harrisons Tod im 2001 bis ins kleinste Detail aufgelistet. Auch für einen zuvor eher unbedarften Musik-Konsumenten wird hier schnell klar, daß der gute Mann zu Unrecht immer wieder als der "stille Beatle" bezeichnet wurde und immer noch wird. Doch nicht nur rein vom Arbeitspensum her ist "Stille" wohl etwas anderes, aufgrund seiner religiösen, spirituellen Haltung hatte George auch in seinen Texten immerzu etwas zu sagen gehabt und wußte, seine Messages rüberzubringen. Imposant an diesem Wälzer ist jedoch keineswegs nur der Umfang, sondern auch die Überleitungen zwischen den inhaltlichen Zusammenstellungen des Schaffens von George Harrison. So werden nicht nur sämtliche Soloscheiben und "Ausflüge" während seiner BEATLES-Zeit aufgeführt, beschrieben und auf deren Entstehungsgeschichte eingegangen, selbst seine Gastauftritte als Studiomusiker oder auf Tourneen (diesbezüglich läßt sich durchaus ein zusätzliches "Lexikon" verfassen, hat Harrison doch unter anderem mit Ron Wood, Gary Moore, Alvin Lee und vielen, vielen andere Künstlern und Musikern zusammengearbeitet) werden umfangreich geschildert.

Kurzum: "George Harrison solo - Eine musikalische Biographie" ist ein dermaßen detailreiches Exponat geworden, so daß der Autor wohl mit besten Gewissen den Anspruch erheben darf, etwas Vollständiges und überaus Gelungenes vollbracht zu haben. Respekt!


Walter Scheurer

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