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Daniel Ekeroth
Schwedischer Death Metal
( INDEX VERLAG, ISBN: 978-393687818-9 )

Als vor zwei Jahren das englischsprachige Original von "Swedish Death Metal" im Eigenverlag von Daniel Ekeroth erschien, konnten die gr├Â├čten Kenner dieses Metiers ihre Begeisterung ├╝ber dieses Druckwerk kaum z├╝geln. Mittlerweile ist "Swedish Death Metal" in der deutschen ├ťbersetzung erschienen, und nun will ich, der ich die aufkeimende Death Metal-Bewegung eher "von au├čen" miterlebt habe, dem Lobpreis ├╝ber Daniels Werk einige Strophen hinzuf├╝gen.

"Swedish Death Metal" ist nicht nur als Werk von einem Fan f├╝r Fans, sondern vor allem auch journalistisch und musikhistorisch ein Meisterwerk! Wer irgendeine Frage ├╝ber den schwedischen Death Metal hat, wird hier die Antwort finden, und wenn sich zuk├╝nftige Generationen ├╝ber die Entwicklung der schwedischen Death Metal-Szene informieren wollen, dann wird Daniels Buch das Standardwerk sein. Doch trotz des immensen Detailf├╝lle ist "Swedish Death Metal" aber weitaus mehr als eine n├╝chterne Abhandlung zum Zwecke der Informationsvermittlung. Daniel schafft es vielmehr, einen Eindruck von dem Lebensgef├╝hl zu vermitteln, das diese Szene, mit der er selbst aufgewachsen ist, ausmacht, so da├č der Leser das Gef├╝hl hat, wirklich mittendrin in der aufkeimende schwedischen Death Metal-Szene zu sein und alles hautnah mitzuerleben. Dabei vergi├čt Daniel nicht, auch die allerkleinste Band unter die Lupe zu nehmen oder solch skurrile Randnotizen wie den MAYHEM-Audi anzuf├╝hren. Erfreulicherweise schafft es Daniel dabei trotz seines gl├╝henden Fantums, ein Mindestma├č an kritischer Distanz, die beispielsweise bei Ex-DISSECTION-Kopf Jon N├Âdtveidt einfach unumg├Ąnglich ist, zu bewahren, ohne dessen unbestrittene musikalische Bedeutung in Fr├╝hzeiten unter den Teppich zu kehren.

Die deutsche Version des 500 Seiten starken W├Ąlzers enth├Ąlt nat├╝rlich alle Elemente des Originals, von Daniels detaillierter Schilderung der Entwicklung der Szene im ganzen Land, ├╝ber die drei Register f├╝r etwa 1.000 Bands, die jeweils mit Bio, Line-up und "Deathographie" vorgestellt werden, f├╝r die schwedischen Death Metal-Fanzines und f├╝r die Hauptpersonen der Szene, die nochmal einzeln beleuchtet werden, bis hin zu Unmengen Abbildungen von Photos, Covern oder Flyern und dem Umschlagsdesign von Ex-ENTOMBED-Mann Nicke Andersson. Nat├╝rlich wurden alle Beitr├Ąge im Hinblick auf Neuerungen in den letzten beiden Jahren ├╝berarbeitet und aktualisiert.

Die deutsche ├ťbersetzung ist gut gelungen, denn man hat in Andreas Diesel einen Autor verpflichtet, der schon mehrere eigene Publikationen auf dem Metalsektor vorweisen kann, und demzufolge "Death Metal" nicht mit "Todesblei" ├╝bersetzt - oder in einem solchen Fall zumindest w├╝├čte, warum er das t├Ąte... ;-) Zwar unterlaufen ihm einige wenige, f├╝r deutsche Metalschreiber recht typische Schnitzer, die aber den Leseflu├č zu keinem Zeitpunkt st├Âren.

Doch der INDEX VERLAG hat sich nicht nur um die ├ťbertragung des Textes ins Deutsche bem├╝ht, sondern hat Daniel zudem gebeten, f├╝r "Schwedischer Death Metal" ein 3-CD-Set zusammenzustellen, das mittels 50 Songs auf ├╝ber 200 Minuten Spielzeit - mit einem Programm von Klassikern bis zu Geheimtips und von steinalten Demoaufnahmen bis hin zu Tracks von neuen Bands, die den Geist des schwedischen Death Metal verinnerlicht haben - den passenden Soundtrack zum Buch liefert, der Einsteigern in die Thematik einen guten ├ťberblick verschafft, aber wohl auch noch Insidern das ein oder andere unbekannte Schmankerl enth├╝llen d├╝rfte.

Das Buch (24,95 Euro) und das CD-Set (22,90 Euro) werden getrennt voneinander, oder als "Luxus Edition" in einer Schachtel mit zus├Ątzlichem Plakat (44,90 Euro) verkauft, womit wir bei jenem endg├╝ltigen Argument w├Ąren, das "Schwedischer Death Metal" auch f├╝r Besitzer von Daniels mittlerweile ausverkauftem Original interessant macht.


Stefan Glas

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