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John Lennon
Zwei Jungfrauen oder Wahnsinnig in Dänemark
( ECON TASCHENBUCH VERLAG, ISBN: 3-612-27250-0 )

Ein Blick auf den zusätzlichen Hinweis auf dem Cover: "Werke aus dem Nachlaß". Da liegt der Hund begraben: Hätte John Lennon - ähnlich wie bei jenem posthum veröffentlichten Band mit seinen Zeichnungen - überhaupt gewollt, daß diese Texte an die Öffentlichkeit gelangen? Wenn er diese über fast 15 Jahre entstandenen Texte hätte veröffentlichen wollen, so hätte sicherlich ein Telephonat genügt, um einen Verleger zu finden, der zu jeglichen Konditionen eingewilligt hätte.

Sicherlich waren auch schon die Texte aus der späteren Phase der BEATLES-Karriere sehr metaphorisch bis abgefahren und sind gewiß nicht selten unter dem Einfluß von Mittelchen entstanden, die eigentlich nicht so ganz legal sind; dies weiß man nicht erst seit jemand herausgefunden hat, daß der Titel ›Lucy In The Sky With Diamonds‹ eine Abkürzung für LSD ist. Doch seinerzeit bewegte sich alles noch in einem gewissen Rahmen - vielleicht auch weil das Medium Song einfach seine eigenen Regeln und Grenzen für die Textdichtung mit sich bringt.

Lennons Ergüsse in "Zwei Jungfrauen oder Wahnsinnig in Dänemark" sind indes abstrus; bestenfalls vielleicht utopisch aber in Wirklichkeit einfach doch nur blödsinnig. Allenfalls das ein oder andere Wortspielchen oder Johns Hang zu Neologismen ist ganz interessant, würden allerdings gewiß nur im englischen Original ihren vollen Reiz entfalten. Zwar versucht ein Sprachwissenschaftler in diesem Buch, die Texte von Lennon mit möglichst viel Fachbegriffen in künstlerische Sphären hochzuschreiben, doch die abschließende Erkenntnis kann er damit nicht beeinflussen: Würde nicht der Name John Lennon darunterstehen, hätte sich wohl niemand jemals für diese Machwerke interessiert. Weder ein Verleger noch ein Leser.

Somit steht nun endgültig fest, daß die verehrungswürdige Hinterlassenschaft von John Lennon einzig und allein seine Musik ist.


Stefan Glas

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