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”UNDERGROUND EMPIRE 7”-Datasheet

Contents:  -''Metal Paper''-Artikel

Date:  09.06.1994 (created), 30.11.2021 (revisited), 30.11.2021 (updated)

Origin:  post-UNDERGROUND EMPIRE 7

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several earlier issues still available; find details here!

Comment:

Unser Start mit Matthias Herr war das Interview in UNDERGROUND EMPIRE 4 gewesen, und dies stellte die letzte Stippvisite dar, denn die beiden quasi zeitgleich erschienenen Bücher, die Neuauflage von "Vol. 1" und "Vol. 4", waren die letzten Veröffentlichungen von Matthias Herr.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

Matthias Herr
Matthias Herr's Heavy Metal Lexikon Vol. 4
( Eigenverlag )

N ach der Neuauflage der Nummer 1 seines "Heavy Metal Lexikons" legt Kumpel Matthias nun den vierten Teil seiner Reise durch die Welt der harten Musik vor. Extremer als die Vorgänger, wie man schon beim ersten "Testlesen" feststellt. Extremer dahingehend, weil einerseits ein deutlich höherer Prozentanteil als zuvor dem brachialen Sektor zugedacht wurde, jenen Bands eben, die sich mit Etiketten wie "Death Metal", "Black Metal" oder auch "Noise" schmücken. Zum anderen wird nun verstärkt auf Oldtimer/Klassiker von JETHRO TULL über BAD COMPANY bis QUEEN zurückgegriffen. Schließlich fällt auf, daß immer mehr Bands auftauchen, die einen kräftigen Tritt vor's Schienbein verabreicht kriegen, obwohl noch sicherlich nicht alle Lobeshymnen gesungen sind, zu denen die Szene Anlaß gibt. Während ich mich noch darüber wundere, wie man eine "Gottband" wie MYSTIFIER als, ich zitiere, "EMPFEHLENSWERT" einstufen kann, wo es in dieser Nische doch noch so viele wirklich begutachtenswerte Bands gibt, die bislang verschwiegen wurden, schüttele ich bei der Beurteilung von DOKKEN den Kopf und kriege schließlich bei GRIFFIN einen dezenten Krampfanfall. Ebenfalls kenne ich genügend Leute, die bei dem TROUBLE-Artikel beginnen werden, Mordpläne zu schmieden. Kurze Zeit später frage ich mich ernsthaft, was zum Beispiel RAGE Kumpel Matthias angetan haben, daß er so verbittert über sie herzieht (Freundin ausgespannt? Lieblings-Quietsche-Entchen gemeuchelt? Nachttopf geplündert?) Das ist auch genau ein Punkt, der beim neuen "Heavy Metal Lexikon" bitter schmeckt, denn gelegentlich wird Matthias persönlich und verteilt dabei Schläge unterhalb der Gürtellinie. Eigentlich nicht die feine englische Art, besonders dann, wenn das Opfer sich nicht wehren kann. Abgesehen davon kaum Kritik am neuen Lexikon, das prinzipiell die Pluspunkte seiner Vorgänger bewahrt hat (witziger, lockerer Schreibstil, der Mut zu unkonventionellen Statements, etc.) und zugleich die Optik verbessert hat. In Sachen Orthographie stört lediglich, daß Matthias die beiden Wörtchen "das" und "daß" wohl eher nach den Zufallsprinzip verteilt als nach grammatikalischen Regeln. Teilweise wirkt es fast schon so, als würde er sich einen Spaß daraus machen, die beiden fast schreibgleichen Kollegen mit Absicht der falschen Position zuordnen, mit solch' traumhafter Sicherheit werden hier "das" und "daß" stets der falschen Bestimmung zugeführt. Anyway - kann man drüber wegsehen und schmälert kaum den Lesespaß. Selbiger wird erneut durch einen kleinen Blick auf die Presseszene der Nation beendet, und selbstredend kriegen nicht nur auf diesen drei Seiten die "Kollegen" wieder alle Naslang ihr Fett weg.

Keine Frage - mal wieder rundum lesenswert. Ich habe mich königlich amüsiert, bestialisch aufgeregt, schelmisch gefreut und teuflisch geärgert - meist alles gleichzeitig. Wer gleiches Erlebnis genießen möchte, ordere bei Matthias für jeweils 24,80 DM + 2,50 DM Porto direkt. Derzeit erhältlich sind die Neuauflage von Vol. 1, sowie Vol. 3 und hier vorgestelltes Vol. 4, während die Nummer 2 vergriffen ist, aber Anfang nächsten Jahres ebenfalls als Neuauflage erscheinen wird.


Stefan Glas

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