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Julien Bitoun
Woodstock: Three Days Of Love And Peace
( DELIUS KLASING VERLAG GmbH, ISBN: 978-3-667-11411-2 )

Die der Einfachheit halber schlicht als "Woodstock" genannte und daher auch so geläufige, an sich "Woodstock Music & Art Fair - 3 Days Of Peace & Music" betitelte Veranstaltung, die am Freitag, den 15. August 1969, begonnen hatte und bis in die Morgenstunden des 18. August andauerte, gilt als Urknall in der Event-Szene. Das Festival wird nicht zu Unrecht liebevoll als "Mutter" aller Freiluft-Konzerte betrachtet, hat seinen legendären Ruf jedoch erst nachträglich erhalten.

Schlie√ülich war es f√ľr die Veranstalter an jenem Wochenende keineswegs abzusehen, da√ü sie damit in irgendeiner Form erfolgreich sein sollten, geschweige denn in die Annalen der Musikgeschichte eingehen w√ľrden. W√§hrend und unmittelbar nach dem Festival sah es sogar nach dem Gegenteil aus, denn man kann es drehen und wenden wie man will, w√§hrend dieser Veranstaltung herrschte nicht nur auf dem Gel√§nde, sondern auch rundum der als Ausrichtungsort auserkorenen Kleinstadt Bethel im Bundesstaat New York das blanke Chaos.

In Zahlen ausgedr√ľckt bedeutete das, sich mit etwa einer Million Dollar Verlust konfrontiert zu sehen. Dieser resultierte aus den chaotischen Umst√§nden, f√ľr die man den Verantwortlichen eigentlich keine Schuld geben kann. Da unter anderem aber Lebensmittel per Helikopter eingeflogen werden mu√üten, kann man sich in etwa vorstellen, wie sich die Veranstalter gef√ľhlt haben m√ľssen. Sie konnte ja auch nichts daf√ľr, da√ü sich anstelle der 50.000 erwarteten Fans die zehnfache Menge am Areal tummelte und weitere 200.000 Menschen im Stau rund um Bethel feststeckten.

All diese Begleitumst√§nde, wie auch die √ľberaus detailliert geschilderte Vorgeschichte bis hin zur Auswahl der Festivalplakate, hat der franz√∂sische Musikjournalist Julien Bitoun f√ľr ¬ĽWoodstock: Three Days Of Love And Peace¬ę zusammengetragen und nun in Buchform aufgelegt.

Den L√∂wenanteil des 240 Seiten starken Schm√∂kers macht aber logischerweise die Berichterstattung √ľber das Konzert selbst aus. Die ist auch als Konzertbericht angelegt und liefert detailreich und √ľppig bebildert Eindr√ľcke aller auftretenden Bands und K√ľnstler. Als wichtiges Detail sei erw√§hnt, da√ü man sogar s√§mtliche Setlists zusammentragen konnte und zudem auch diverse Augenzeugen zu den Performances befragt hat.

Dadurch erhalten auch wir, die wir durch die Ungnade der sp√§ten Geburt nicht Zeitzeugen jenes Festivals sein konnten, einen guten √úberblick √ľber die Auftritte von Gr√∂√üen wie SANTANA, MOUNTAIN, Janis Joplin, GRATEFUL DEAD, Jonny Winter und Jimi Hendrix. Mit dessen Auftritt endete das Festival auch offiziell am Montagvormittag, nicht so jedoch dieses Buch.

Der Autor hat n√§mlich in einem weiteren, "Epilog" betitelten Kapitel auch noch zus√§tzlich essentielle Informationen zusammengetragen, die unmittelbar mit "Woodstock" in Verbindung zu bringen sind. Zum einen l√§√üt er uns wissen, weshalb zahlreiche weitere Szenegr√∂√üen (wie etwa Eric Clapton, JETHRO TULL, THE ROLLING STONES oder LED ZEPPELIN) eben nicht anwesend waren, und zudem erh√§lt man als Leser auch noch einen wirklich interessanten Einblick in den Zeitgeist jener Epoche. Kurze Abhandlungen √ľber diverse exotische, zur Verwendung gekommene Instrumente sowie die in den Jahrzehnten danach als Tribut an dieses, einmalige musik- und kulturhistorische Ereignis ebenso unter dem Banner "Woodstock" veranstalteten Festivals erg√§nzen die Texte zum eigentlichen Thema und machen diesen Schm√∂ker unabdingbar f√ľr das Archiv jedes an Musikgeschichte interessierten Zeitgenossen.


Walter Scheurer

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