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Movie

Asterix & Obelix - Im Auftrag ihrer Majestät



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Blu-ray



Stefan Glas


Die vierte Asterix-Realverfilmung ist leider die bislang mit Abstand schwächste Streifen, was unter anderem daran liegt, daß man sich der Unsitte, die man schon bei einigen Zeichentrickfilmen an den Tag gelegt hatte, angenommen hat, zwei der Comicalben in eine Geschichte zu stopfen. Dabei ist dieser Versuch noch nie so in die Hose gegangen wie heuer: Es gibt keinen plausiblen Grund, warum in die Basis des Films, "Asterix bei den Briten", nun die angstsuchenden Nordmänner aus "Asterix und die Normannen" eingeschleust wurden. Und so kommt es auch nicht von ungefähr, daß diese zweite Geschichte rund um die Nordmänner nahezu selbständig nebenher läuft und nie ernsthaft mit dem Haupthandlungsstrang verwoben wird. Auch der aus dem "Normannen"-Comicband entliehene Grautvornix ist kein notwendiger Bestandteil der Geschichte.

Doch das sind noch längst nicht alle schlechten Entscheidungen, die einem das Zuschauvergnügen vermiesen: Wer auch immer die Idee aufgebracht hat, Asterix heuer zum Schwerenöter zu machen, der hinter allen Röcken hergeifert, die bei drei nicht den Bäumen sind, hat die Asterix-Welt nicht die Bohne kapiert. Genauso Panne ist die kurze "Ich bin Dein Vater, Luke"-Anspielung aus "Star Wars" zwischen Julius Caesar und Asterix, daß man sich ernsthaft fragt, welche Banausen hier in der "Asterix"-Entscheidungsebene rumgestümpert haben. Zudem verpaßt man es, Baba, den Neger im Krähennest des Piratenschiffs, seine beiden Einsätze, "'öme', ich sehe 'öme'! Eno'm viele 'öme'! Das ganze Mee' ist voll mit 'öme'n!" und vor allem später "Ich hab einen Kü'bis an die 'übe gek'iegt!" zu bescheren, wodurch man auf fahrlässige Weise einen der beliebtesten Running Gags des Asterix-Universums verscherzt hat.

Einzig Gérard Depardieu sorgt als Obelix wie immer für solide Lachsalven. Daß er indes kein einziges Mal, "Die spinnen, die Briten" sagt, bestätigt ebenfalls die Annahme, daß bei der Filmentwicklung un-Asterix-ige Gestalten am Werk waren. Auf der rockigen Ebene taucht in Londinium zumindest das Bardenquartett auf, bei dem wir mal analog zum Comicalbum vermuten wollen, daß es die BEATLES sein sollen, auch wenn der Song, den sie spielen, garantiert nix mit den Pilzköppen zu tun hat. Schließlich unterstreicht "Asterix & Obelix - Im Auftrag ihrer Majestät" noch, daß die RAMONES immer und überall funktionieren: Von den Punks erschallen gleich zwei Nummern - genauer gesagt stammt die Interpretation der weltbekannten Komposition von George David Weiss und Bob Thiele ›What A Wonderful World‹ "nur" von Joey Ramones. Die Asterix-World war zwar schon wonderful-er als bei "Im Auftrag ihrer Majestät", aber so fühlen wir uns wenigstens ein wenig versöhnt.

 
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