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TV-Series

Parker Lewis - Der Coole von der Schule - Die komplette Serie



TURBINE/AL!VE

15-DVD-Box



Stefan Glas


Glücklich, wer seine Jugend in den Achtzigern verbringen durfte. Denn da war in Sachen Musik alles bestens, so daß man über die ein oder andere modische Fehlleistung gerne hinwegsehen konnte. Wer jedoch zu spät kam und ein Jahrzehnt später aufwuchs, war gestraft und mußte sich irgendwelchen Grunge-Quatsch als den absoluten Bringer andrehen lassen. Um ein solches Jahrzehnt als Jugendlicher zu überstehen, brauchte man also ein ordentliches Methadonprogramm. Die Serie "Parker Lewis - Der Coole von der Schule" war ein solches: Mädchenschwarm Corin Nemec spielt darin den schlitzohrigen Hauptdarsteller, der sich mit List und Tücke um alle Hürden mogelt, die der Schulalltag für einen Pennäler bereithält, und seine Rektorin Grace Musso immer verdammt alt aussehen läßt.

2009 gestartet ist im Mai 2011 die dritte und letzte Staffel der Serie auf DVD erschienen. Daher wartet die komplette Serie darauf, von allen vom Schicksal gebeutelten Neunzigeradoleszendierenden erworben zu werden. Mehr noch: "Parker Lewis - Der Coole von der Schule" ist nämlich so stilsicher gestrickt, daß auch junggebliebene Old(er)timer ihren Spaß daran haben werden. Daher ist es praktisch, daß nach besagter Box von der dritten Staffel auch eine Komplettbox mit allen drei Staffeln auf 15 DVDs gibt, durch die wir uns nun durchfräsen wollen.

 

In der Eröffnung der ersten Staffel, "Die besten Freunde", lernen wir Parker als Ticketdealer von Tom Petty kennen, während in der nächsten Etappe "Operation Kubiak" Parkers Vater in seinem Laden eine AEROSMITH-CD verkauft, und in Episode 3, "Die Konkurrenz schläft nicht", zitiert Parkers Kumpel Mikey aus dem Handgelenk David Bowie: "Ground control to Major Tom". Anschließend verschenkt "Der strahlende Verlierer" Parker AEROSMITH-CDs, um die Wähler bei der Schulsprecherwahl zu bestechen.

Dann müssen wir eine Folge aussetzen, doch schon in "Greif zu, Tracy Lee!"(#6) sagt Parkers Vater, daß er seinerzeit Parkers Mutter mittels einer Einladung zu einem Paul McCartney-Konzert verführen wollte. In der Nachfolge..., äh..., -folge "Atemlos" outet sich Mikey als Vizepräsidentin des RED HOT CHILI PEPPERS-Fanclubs, während in der nächsten Episode "Keine Gnade für die Musso" Tom Petty als Lockvogel dient, um das Zimmer der Direktorin zu räumen.

In Folge 9, "Nicht die Nichte!", schlägt Mikey als Problemlösung das Eric Clapton-Konzert im Fernsehen vor, und schon eine Episode später, "Unternehmen Zeitbombe", düdelt im Hintergrund beim Klassentreffen des Jahrgangs 1970 ›Suzie Q.‹ von CREDENCE CLEARWATER REVIVAL, und außerdem befindet sich in der Zeitkapsel des Jahrgangs 1970 eine Zeitung, die die Auflösung der BEATLES verkündet.

Beim Nachfolger "Radio Free Flamingo" (#10) geht es dann natürlich mehr denn je zur Sache! Der alte Piratensender der Highschool beendet sein Programm nämlich mit dem Statement: "Eric Clapton ist Gott". Außerdem findet das Protagonistentrio in deren Senderäumlichkeiten Vinyl von Frank Zappa, Jimi Hendrix oder CREAM, während die Wand von einem Jim Morrison-Poster geziert wird. Später spielt dann Mikey ›Foxy Lady‹ von Jimi Hendrix und wählt THE MAMAS & THE PAPAS als Soundtrack für Parkers Versuch, seine Angebetete zu becircen. Der letzte Song, den der Sender spielt, ist schließlich ›(Music Is) The Doctor‹ von den DOOBIE BROTHERS.

Dann müssen wir doch mal zwei Episoden verschnaufen, bevor dann in Folge 14, "Robo-Kub", einen Metaller mit IRON MAIDEN-Patch beoabchten können, wie er eine JUDAS PRIEST-CD kauft, und Parker vergleicht anschließend Jerrys Musik mit der von Ozzy Osbourne. Bei Episode 17, "Das letzte Wort", sieht man, daß in dem geheimen Kumpelraum ein Bild von Jim Morrison hängt, während in Folge 19, "Armer Schlucker", ein Metaller unter den Schülern den mächtigen Kubiac bittet, daß METALLICA auf seiner Party auftreten. Später versteigert Mikey dann seine Gitarre mit dem Autogramm von Eric Clapton. In Episode 22, "Das Spiel der Visionen", sagt Parker, daß Norman Pankow, der Konkurrent von Rektorin Grace Musso, mehr Comebacks hinlegen würde als AEROSMITH.

Als Schlußspurt der ersten Staffel sagt Parkers Schwester Shelley in der vorletzten Episode "Operation Pretty Woman" (#25), daß sie FAITH NO MORE und FASTER PUSSYCAT mag, aber Speed Metal haßt. In der finalen Folge, "Der Alptraumtag" (#26), verkaufen Parkers Eltern in ihrem Laden Eddie Van Halen-Karten. Eddie holt dann Mikey und Jerry ab und fährt sie zur Schule. Dann signiert er Mikeys Gitarre und verteilt VAN HALEN-Backstagepässe - und natürlich ist die Hintergrund beim abschließenden Sommerball sehr Eddie-mäßig.

 

In der zweiten Staffel macht Mikey in der dritten Folge "Kleider machen Leute" (cooler englischer Titel: "Full Mental Jacket") waschechter Rock'n'Roller einen Vergleich mit Eddie Van Halen, während in Episode 9, "Liebes Tonbandtagebuch" Schuldauergast Kubiak erzählt, daß sich zu Zeiten seiner Einschulung gerade FLEETWOOD MAC aufgelöst hätten - wobei an dieser Stelle dem Drehbuchautor ein Recherchefehler unterstellt werden muß, denn FLEETWOOD MAC haben sich nie offiziell aufgelöst (sieht man von der Periode 1995 bis '97 ab, doch "Parker Lewis" entstand bekanntlich früher).

In der nächsten Episode "Nur die Power zählt" will Mikey dann schon im Vorspann Karten für Tom Petty kaufen. Anschließend wird Shelley zusammen mit der halben Schule - so sie denn weiblich ist... - ein Fan der Rockröhre Jezebel, und später sagt ihre Mutter dann, daß sie früher Fan der STONES gewesen sei.

Nochmal einen Staffelabschnitt später "Schwer in Ordnung" ruft Shelley im Vorspann die elektronische Axl Rose-Hotline an, während Parker dann später beim Chat mit seinem neuen Onlineschwarm feststellt, daß sie beide Jimi Hendrix' ›All Along The Watchtower‹-Solo in Monterey als Lieblingssolo haben.

Wenn es dann in Folge 15 um "Teuflische Gesänge" geht, sieht man, daß im Laden von Parkers Eltern sowohl ein Poster von LITTLE CÆSAR als auch von Y&T hängt. Um noch einen Nachschlag Hendrix zu servieren zitiert in Episode 17, "Idol der Flamingos", Parkers Vater zusammen mit der zurückgekehrten Schullegende Ronnie den Text von ›Purple Haze‹. Anschließend ist dann im Diner Retrotime, und es gibt JETHRO TULL-Houseburger, CREEDENCE CLEARWATER-Cola und ›Yellow Submarine‹-Sandwiches.

In der nächsten Folge, "Wenn Herzen schmerzen", wird zum Abschluß der überarbeiteten "Flamingo Vision"-Sendung das neue QUEENSRŸCHE-Video angekündigt. Und in der konsequenten nächsten Episode, "Im Taumel der Liebe", sieht man an der Wand des Musikschulraums neben den Konterfeis diverser Rocker ein LED ZEPPELIN-Poster. Außerdem zitiert Mikey später Mick Jagger.

Und in der nächsten Staffeletappe, "Das Doppelstern-System" (#20), entdeckt Shelley im Planetarium ein Sternenbild, das für sie aussieht wie das neue METALLICA-Cover. In Folge 22, "Wut im Bauch", wählt Mikeys neuer Schwarm auf der Jukebox einen Song von Stevie Ray Vaughan aus. Anschließend sagt Parker, daß der neu im Diner angestellte Mikey bislang nur Springsteen als "Boß" akzeptiert habe. Zum Abschluß von Staffel 2 mutmaßt Parker in der "Nacht der Nächte" (#23) schließlich, daß seine Eltern auf der Video-Convention Sting getroffen hätten.

 

In Staffel 3 startet das Gerocke in Episode 2, "Rache ist cool", denn bei Parkers Geburtstagsparty läuft die R.E.M./B52'S-Kooperation ›Shiny Happy People‹, was einer der Gäste als Anlaß zum Propellerbangen nimmt. Anschließend bekommt Parker von seinem Intimfeind Brad Penny die neue PEARL JAM-CD geschenkt.

Doch dann müssen wir verdammt lang warten, bis in Folge 13, "Das literarische Komplott", Parker bei einer Gedichtsinterpretation zu Jim Morrison mutiert, der auf der Bühne ›Light My Fire‹ zum besten gibt. Etwas flotter kommen wir dann aber wieder zu harten Argumenten, denn im Eröffnungstraum von Mikey in "Ex und hopp" (#16) wird er gefragt, ob er das Solo von Slash übernehmen wolle, weil dieser sich einen Fingernagel eingerissen habe. Außerdem nutzt Jerry in seinem Werbespot für das Atlas Diner Paul McCartney als Werbeträger, doch das war's dann auch schon in dieser Hinsicht bei der dritten Staffel, was die Frage aufwirft, ob der Grunge vielleicht auch den Rockfaktor bei "Parker Lewis" getötet hat...

 
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