UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 48 → Reviews-Ãœberblick → Eye 2 I-Review-Ãœberblick → Movie – Â»Die Heartbreakers«-Review last update: 05.11.2020, 18:45:40  


Movie

Die Heartbreakers



FERNSEHJUWELEN/AL!VE

DVD



Stefan Glas


"Fernsehjuwelen" - in der Tat: Dieser Film über eine Beatband Mitte der Sechziger im Ruhrpott hat eine Veröffentlichung in dieser Serie definitiv verdient!

Ihre Gründungsstunde erleben DIE HEARTBREAKERS nach einer Festnahme beim ROLLING STONES-Konzert in Essen, und wir können im Film die ersten Schritte der Band bis zum "4. Beatfestival 1966", einem Nachwuchswettbewerb, mitverfolgen: Gitarrist und Sänger Freytag (Sascha Disselkamp), Gitarrist und Tastenmann Hörnchen (Mark Eichenseher), Bassist Guido (Harmut Isselhorst) und Schlagzeuger Schmittchen (Uwe Enkelmann) nebst Minimanager Pico (Michael Klein) wollen mindestens so gut wie die STONES werden, während sie versuchen, ihr Leben in den Griff zu kriegen, oder endlich bei einer Braut zu landen - und begehen daher den großen taktischen Fehler, Lisa (Maria Ketikidou), die herumstreunernde Kleine mit der riesigen Röhre, zu verstoßen, weil "bei den STONES oder den KINKS eben auch kein Mädchen singt".

Besonderen Reiz und Authentizität bezieht "Die Heartbreakers" sowohl aus dem ungeschminkten Ruhrpottcharme, der immer wieder aufblitzt, als auch aus der Tatsache, daß Regisseur Peter F. Bringmann den Film komplett mit Neulingen besetzt hatte; lediglich Uwe Enkelmann hatte zuvor schon ein wenig Schauspielerfahrung gesammelt. Außerdem gibt es einen Gummipunkt für die Verpflichtung von Fußballmoderatorengroßschnauze Werner Hansch als Ansager beim "Beatfestival".

Natürlich muß bei einem Film nach dem Motto "The Commitments aus dem Ruhrpott" jede Menge rockiger Mucke angesagt sein: So jammen Freytag, Hörnchen und Schmittchen bei ihrem ersten Treffen gleich mal das ›Peter Gunn Theme‹, während man beim ersten Gig mittels ›You Really Got Me‹ von den KINKS die gediegene Tanzgesellschaft sprengt. Mit ›(I Can't Get No) Satisfaction‹ von den STONES haben die Herzensbrecher beim nächsten Gig aufgrund der höheren "Publikumskompatibilität" weitaus mehr Erfolg. Anschließend darf die Konkurrenzband LIGHTNINGS (hinter denen sich übrigens eine reale Band namens X-RAYS aus Dortmund verbirgt) auf der frisch von den HEARTBREAKERS geklauten Anlage ›Wild Thing‹ von den TROGGS zocken. Beim großen Finale, dem "4. Beatfestival 1966", werden unter anderem ›House Of The Rising Sun‹ von den ANIMALS oder ›Under The Boardwalk‹ von den DRIFTERS gecovert, während die HEARTBREAKERS mit ›My Generation‹ von THE WHO losrocken.

Ergo: "Die Heartbreakers" sind in Bild und Ton unschlagbar!

 
© 1989-2020 Underground Empire

Der Geheimtip: Jon Oliva in Höchstform!
Button: hier