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TV-Series

Ally McBeal - Season 5 (Teil 1 & 2)



20TH CENTURY FOX

2 x 3-DVD-Box



Stefan Glas


Ein "Ally McBeal"-Review im UNDERGROUND EMPIRE?!? Jau - zum einen zähle ich mich zum Club der AA, den Anonymen Allyisten, doch erst das zweite Argument war schlagkräftig genug, um ein Review zu "legalisieren": In der fünften Staffel taucht ein waschechter Rocker auf! Ein gewisser Jon Bon Jovi beweist, daß er durch und durch ein Poser ist und darf einige Folgen lang Calista Flockhearts Subjekt der Begierde markieren.

Jon Bon Jovi alias Victor Morrison wird als Klempner in die Serie eingeschleust, der Arbeiten im neuerworbenen und ziemlich abbruchreif wirkenden Domizil der Hauptdarstellerin ausführen soll. Es dauert nicht lange, bis es zwischen den beiden funkt, doch es dauert verdammt lange, bis Victor nicht nur im Haus, sondern auch bei der Besitzerin ein Rohr verlegen darf - wie sich das für die Serie gehört; Kenner wissen, daß bei "Ally McBeal" Beziehungsprobleme auf alle nur erdenklichen Arten "in die Länge gespielt" werden. Doch nachdem Victor das Haus auf Vordermann gebracht hat, mehrfach den Babysitter für Allys zehnjährige genetische Tochter gespielt hat (die ihre Existenz dem Fehler einer Eizellenbank verdankt und sich in dieser Staffel selbst vor Allys Tür aussetzt - klingt verworren; ist es auch und kann nur von langjährig geschulten Ally-Kuckern völlig begriffen werden...), wird er letztendlich doch nicht zu Allys Auserwähltem erkoren - weil er ihr nicht neurotisch genug ist (muß man als Normalsterblicher auch nicht unbedingt kapieren, Ally-Fans haben allerdings gerade verständnisvoll mit dem Kopf genickt...) Da nutzt auch nichts, daß Ally sich dazu genötigt fühlte, an seinem Po zu schnüffeln (der tiefere Sinn dieser Tat ist auch nur für Insider zu verstehen).

Ganz gleich wie man zu den musikalischen Ergüssen von Jon Bon Jovi in der Vergangenheit und der Gegenwart steht, muß man neidlos anerkennen, daß er seine Rolle hervorragend spielt, so daß es sogar schade ist, daß er so schnell wieder aus der Serie herausbugsiert wird. Überhaupt wird in dieser letzten "Ally McBeal"-Staffel einiges gnadenlos abgewürgt, neue, durchaus "hoffnungsvolle" Charaktere werden nie richtig entwickelt, andere werden mehr oder minder ohne Vorwarnung abgeschossen oder tauchen ohne ersichtlichen Grund nicht mehr auf, und zudem wird so mancher übergeordnete Handlungsstrang nicht zu Ende gebracht. Alles deutet darauf hin, daß Macher David E. Kelley weitere Staffeln in Planung hatte, doch Geschehnisse hinter den Kulissen (über die sich natürlich trefflich spekulieren ließe) ihn dazu zwangen, die Serie mehr oder minder Hals über Kopf einzustellen und panikartig auf einen Schlußpunkt zuzunavigieren, was spätestens bei Allys schwachem Abgang in der letzten Folge deutlich wird. Eigentlich schade, denn der fünften Season hatte man einige neue Impulse gegeben, die man problemlos noch eine ganze Zeitlang hätte ausleben können. Und wenn man es schafft, sogar einen "wilden" Rocker reibungslos einzubauen, dann muß man ein gutes Gespür für die selbstgeschaffene Serienwelt haben. Doch so heißt es eben - hasta la vista, Ally, welcome back in your musical life, Jon.

 
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